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„Über sieben Brücken musst Du gehn“ (1-3)

1978 veröffentlichte die Ost-Berliner Rockband Karat diesen Ohrwurm. Aber erst Jahre später wurde er durch Peter Maffay unsterblich. Die Zahl sieben ist die Verbindung zu Düsseldorf, denn die Stadt hat sieben Rheinbrücken. Allerdings, und das ist der Unterschied zum Song: Über eine Brücke konnte ich nicht gehen. Deshalb sind es auch nur sechs dunkle Jahre, die mir möglicherweise bevorstehen. Nein, dunkel werden die Jahre für alle Brückengänger sicherlich nicht. Denn Düsseldorf ist eine lebendige und lebensfrohe Stadt mit hoher Lebensqualität.

Die Geschichte der Düsseldorfer Brückenfamilie, 1945 lagen alle den Rhein überquerenden Brücken in Trümmern, beginnt in den 1950er Jahren. 1948 wird ein gewisser Friedrich Tamms Leiter des Düsseldorfer Stadtplanungsamtes für den Wiederaufbau der Stadt und 1954 dann Beigeordneter für Stadt- und Landesplanung, Bauaufsicht und Wohnungsbau. Zusammen mit den Bauingenieuren Erwin Beyer und Fritz Leonhardt entwickelte das Team das Konzept der Düsseldorfer Brückenfamilie. Man wollte „gleichlautenden Konstruktionen und einheitlichen Gestaltungsprinzipien“ folgen. Konkret geplant wurden daraufhin „seilverspannte Balkenbrücken mit relativ niedrigen Versteifungsträgern und schlanken, sich nach oben hin verjüngenden Pylonen“. Durch entsprechende Farbgebung in Weiß und Anthrazitgrau sollten die neuen Brückenkonstruktionen den Eindruck des „Leichten und Schwebenden“ hervorrufen.

Es ist Fritz Leonhardt, der 1956 die Technik für moderne Schrägseilbrücken entwickelt, wie sie für die Planung der Düsseldorfer Brückenfamilie verbindlich wird.

Die Josef-Kardinal-Frings-Brücke

Erstes Familienmitglied, allerdings noch nicht in der einheitlichen Schrägseilform, wird die Südbrücke, 1951 für den Verkehr freigegeben. Schon 1929 ist die Brücke, 780 Meter lang, das Bindeglied zwischen Düsseldorf und Neuss für den Straßen- und Straßenbahnverkehr. 2006 wird sie nach dem in Neuss geborenen ehemaligen Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings benannt. Die Brücke schaut „langweilig“ aus – zumindest im Vergleich zu ihren Geschwistern.

Die Theodor-Heuss-Brücke  

Das zweite Familienmitglied, erstmals in der innovativen Schrägseilform, ist die Nordbrücke, 1957 erbaut. Damit setzt das Planungsteam um Friedrich Tamms weltweit einen architektonischen Meilenstein. Bei einer Länge von 1271 Metern halten vier Pylone von 44 Metern Höhe und 260 Metern Spannweite die Seile. 1964 wird die Brücke in Theodor-Heuss-Brücke umbenannt. Sie verbindet das linksrheinische Niederkassel mit dem rechtsrheinischen Golzheim. Dank der Flughafenbrücke ist die Theodor-Heuss-Brücke heute substantiell weniger durch den überregionalen Verkehr belastet.

Blick aus dem Rheinpark Golzheim

Für Fußgänger und Radfahrer. Die Auffahrt von Golzheim

Die Rheinkniebrücke

Das dritte Familienmitglied wird 1969 die Rheinkniebrücke. Sie ist ohne Zweifel der Star der Familie. Elegant schwingt sie sich am „Rheinknie“ über den Rhein und prägt gemeinsam mit Landtag, Stadttor, Rheinturm und Medienhafen die wunderbare Skyline von Düsseldorf. Die beiden Pylonen sind 115 Meter hoch, passend zum Ambiente an der Rheinpromenade. Die Rheinkniebrücke, 1500 Meter lang, verbindet die Stadtteile Unterbilk und Oberkassel.

Der linksrheinische Blick von den Rheinwiesen. In meinem Rücken die Schön Klinik in Heerdt

Der rechtsrheinische Blick von der Rheinpromenade. In meinem Rücken das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie

Blick über den sogenannten Paradiesstrand

Harmonie von Rheinturm und Rheinkniebrücke

Außer Konkurrenz läuft die kleine Fußgängerbrücke vom Medienhafen zum Paradiesstrand.

Ein Kleinod im Medienhafen mit wunderbarem Blick auf die Silhouette von Düsseldorf

Ein Beitrag zum Thema „Medienhafen“ ist für Juli geplant

Die Familienmitglieder 4 – 7 werden im nächsten Beitrag vorgestellt.

 

 

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