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„Über sieben Brücken musst Du gehn“ (4-7)

Die Düsseldorfer Brücken werden chronologisch vorgestellt. Der letzte Beitrag war den ersten drei Brücken gewidmet: Die Josef-Kardinal-Frings-Brücke aus dem Jahr 1951, die Theodor-Heuss-Brücke aus dem Jahr 1957 und die Rheinkniebrücke aus dem Jahr 1969. Heute nun folgen die restlichen vier Mitglieder der Düsseldorfer Brückenfamilie.

Die Oberkasseler Brücke      

Das vierte Familienmitglied, natürlich wie die älteren Geschwister der Jahrgänge 1957 und 1969 in Schrägseilform, wird die Oberkasseler Brücke, 614 Meter lang. Sie wird 1976 eröffnet und hat nur noch einen, 104 Meter hohen Pylon in der Mitte der Brücke. Sie verbindet die Luegallee in Oberkassel mit der rechtsrheinischen Tonhalle nördlich der Altstadt. Bemerkenswert: Die gesamte Konstruktion von 12 500 Tonnen Gewicht wird nach Fertigstellung um fast 50 Meter nach Norden auf die Pfeiler der Vorgängerbrücke verschoben – eine viel beachtete technische Meisterleistung in den 1970er Jahren.

Das Gebäude mit der grünen Kuppel ist die Tonhalle. Im Hintergrund die Altstadt mit Riesenrad

Oberkasseler Brücke, Rheinkniebrücke und Theodor-Heuss-Brücke bilden den Kern der Düsseldorfer Brückenfamilie. Gemeinsam ist diesen drei Brücken die harfenartige (parallele) Anordnung der Schrägseile.

Die Fleher Brücke          

Das fünfte Familienmitglied, die Fleher Brücke, wird 1979 eingeweiht und verbindet als Teil der Autobahn A46 Düsseldorf mit Neuss. Optisch prägend ist wiederum nur ein Pylon, 145 Meter hoch, der wie ein auf den Kopf gestelltes Ypsilon aussieht. Er ist in Stahlbeton-Bauweise errichtet, was die Brücke von den reinen Stahlkonstruktionen des Familienkerns unterscheidet. Die Brücke, die 1.166 Meter lang ist, überquert den Rhein nicht im rechten Winkel, sodass das Wassergewinnungsgebiet des alten Wasserwerkes Flehe geschont wird.

An dem Tag ist der Himmel düster

Sehr viel schöner der blaue Himmel. Hier der linksrheinische Blick auf die Brücke

Die Hammer Eisenbahnbrücke    

Das sechste (adoptierte) Familienmitglied ist die Hammer Eisenbahnbrücke, 813 Meter lang. Sie war die erste der Düsseldorfer Rheinbrücken, 1870 als Kaiser-Wilhelm-Brücke mit je zwei Wehrtürmen auf beiden Rheinseiten eröffnet. Sie verbindet Neuss und Düsseldorf-Hamm. Nach der Sprengung im Zweiten Weltkrieg wurde sie zunächst behelfsmäßig wieder aufgebaut und erst 1987 als Stabbogenbrücke in optischer Anlehnung an die historische Vorgängerbrücke neu eröffnet.

Die Hammer Eisenbahnbrücke ist, wie der Name schon sagt, dem Schienenverkehr vorbehalten.

Ein toller Fahrradweg entlang des Rheins. Die Brücke ist um Längen attraktiver als die „Südbrücke“

Idylle bei dunklen Wolken

Die Flughafenbrücke

Das jüngste und siebte Familienmitglied ist die Flughafenbrücke. Sie wird 2002 als Autobahnbrücke (A 44) zwischen Düsseldorf und Meerbusch errichtet. Länge: 1286 Meter. Wegen des nahen Flughafens hat sie aus Sicherheitsgründen zwei niedrigere Y-Pylone, beide nur 38,3 Meter hoch. Die Pylone haben eine interessante Dreiecksform.

Auf dem Radweg nach Kaiserswerth

Osterspaziergang in Lörick

Der linksrheinische Blick

Die Düsseldorfer Brückenfamilie hat also fünf Schrägseilbrücken. Die Josef-Kardinal-Frings-Brücke und die Hammer Eisenbahnbrücke fallen aus dem Kontext – sie gehen auf ein anderes Konstruktionsprinzip zurück. Die Familie ist eine zeitlose Mischung aus moderner optisch wiedererkennbarer Ästhetik und unverwechselbarer Historie.

Apropos sieben Brücken. Bei einem Spaziergang um den Unterbacher See entdecke ich den „Sieben-Brücken-Weg“. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Waldweg über sieben Mini-Holzbrücken im Eller  Forst.

Düsseldorf kann stolz auf seine Brücken sein.

 

 

 

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