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Willkommen in Cannabis City

Auf Google Maps entdecke ich in der Nähe des HQ von Starbucks zwei Shops, deren Produkte in Seattle seit Juli 2014 verkauft werden dürfen. Der eine heißt Ganja Goddess, der andere Cannabis City. Beide liegen in einem Industriegebiet, in unscheinbaren Gebäuden, leicht zu übersehen, wenn es nicht diese Werbung geben würde:

Zuerst besuche ich das Ganja Goddess.

Am Eingang steht eine junge Dame, die meine ID kontrolliert. Der deutsche Führerschein wird akzeptiert. Ich darf auch Fotos machen, „please no people“.

Die Regularien.

WOW – vor mir öffnet sich ein großer Raum mit gläsernen Verkaufsvitrinen links und rechts, effektvoll präsentiert, mit Preisschildern versehen.

Hier gibt es alles, was das Herz des Gras-Anhängers höher schlagen lässt: Joints, Konzentrate, Öle, Tinkturen, ess-und trinkbare Produkte oder Pfeifen. Willkommen im Cannabis-Paradies. Für einen Anfänger eine schier unlösbare Aufgabe, das für ihn „richtige“ Produkt zu finden. Aber dafür gibt es ja das freundliche Personal mit professioneller Beratung. Im Ganja Goddess sehe ich drei Verkäufer.

Ich schaue mir die beeindruckende Vielfalt der Produktpalette in den Glasvitrinen an. Damit hatte ich als Nicht-Konsument nicht gerechnet. Ein schicker Verkaufsladen, der auch in einer Fußgängerzone in der Innenstadt liegen könnte, würde es nicht gesetzliche Bestimmungen geben, die das verhindern. In den vielleicht 15 Minuten, die ich im Laden bin, es ist später Vormittag, kommen über zehn Kunden im geschätzten Alter zwischen 21 und 60. Die Mehrheit ist männlich und eher älter als jünger. Mittags sei neben dem frühen Abend Hauptverkaufszeit. „The joint after lunch and working day“. Nun gut, preislich sind die Produkte anspruchsvoll. Hoher THC-Gehalt kostet natürlich mehr als geringer THC-Gehalt. Wer häufig konsumiert, muss auch gut verdienen. Die Kunden im Laden scheinen in diese Kategorie zu fallen, zumindest dem Äußeren nach zu urteilen. Neu für mich: Rauchen muss man zum Highwerden nicht. THC im Dessert, im Getränk oder in der dosierten Kapsel – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

Die Legalisierung von Cannabis im Bundesstaat Washington als Rauschmittel zum Freizeitgebrauch für über 21-Jährige ist auf den 6. November 2012 datiert. 55 Prozent der Bürger stimmten damals bei einer Wahlbeteiligung von 89 Prozent für die Initiative 502. Die über 21-Jährigen dürfen seitdem eine bestimmte Menge an Marihuana und Haschisch kaufen und besitzen.

Für Anbau und Verkauf vergibt der Staat Lizenzen. Die erste Lizenz für den Verkauf von Cannabis ging an Cannabis City.

Der Laden ist deutlich kleiner als Ganja Goddess, die beiden jungen Verkäufer sind sehr kommunikativ. Nach der ID-Kontrolle sehe ich mich um. Weniger Produkte, weniger Vielfalt.

Ich frage die junge Dame, wieviel ein Kunde pro Tag im Shop kaufen darf. Ihr Kollege schreibt mir die Mengen für „one entry“ auf: 28 Gramm Flower (Joints), 7 Gramm Konzentrat, 72 ounces liquid edible und 16 ounces solid edible. Eine Unze sind 28 Gramm bzw. 29.5 Milliliter. Ob das auch überwacht werde. Der junge Mann schmunzelt. „We tell our customers“.

Im Übrigen arbeiten die Shops mit Discounts, einer Happy Hour und Kundenbindungsprogrammen.

Cannabis City liegt in der 4th Avenue South, Hausnummer 2733. Von der SODO Light Rail Station in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Ganja Goddess liegt in der 1st Avenue South, Hausnummer 3207. Von der SODO Station sind es 15 Minuten. Insgesamt soll es in Seattle über 30  „Pot Shops“ geben.

 

 

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