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Mit dem Tuk Tuk unterwegs

Zehntausende motorisierte Rikschas, in Sri Lanka Tuk Tuk genannt, bevölkern die Straßen in und um Colombo. Was abseits der Straße nach einem Vergnügen klingt, ist auf der Straße vielfach Stress, Lärm und schlechte Luft. Dennoch – eine zweistündige Stadtrundfahrt im Tuk Tuk ist für uns ein Muss.

Vor unserem Hotel steht Nuwan, Mitte Vierzig, seit fast neun Jahren Tuk Tuk Fahrer. Er wohnt in einem Vorort von Colombo, eigenes Haus, Familie mit zwei Kindern. Nuwan hat ein gewinnendes Lächeln, spricht ein wenig Englisch, das über „Hello“ und „How are you“ hinausgeht. Das erste Mal fährt er mich zum Bahnhof, weil ich die Tickets für Kandy kaufen will. Wir kommen ins Gespräch, Nuwan gewinnt mein Vertrauen.

Das ist Nuwan und sein Tuk Tuk.

Wir beschließen, Nuwan für eine Stadtrundfahrt zu engagieren. Eine Stunde für fünf Euro. Wir vereinbaren zwei Stunden und geben noch drei Euro Trinkgeld. Denn Nuwan schaut nicht auf die Uhr, wir sind fast 30 Minuten später als vereinbart wieder am Cinnamon Red. Wobei er allerdings zum Schluss noch einen obligatorischen Stopp in einem Juweliergeschäft einlegt. „ Five minutes. You only look, I get some money“. Für seine Provision machen wir das natürlich.

Sein Tuk Tuk ist ein Bajaj RE, das er von der David Pieris Motor Company in Colombo vor einigen Jahren neu gekauft hat. Baranzahlung + Ratenzahlung. Heutet kostet ein neues Bajaj RE bei David Pieris 862.100 Rupien, das sind, unverhandelt, etwa 4.400 Euro. Höchstgeschwindigkeit: 60 km/h.

Blick ins „Cockpit“.

Nuwan ist ein sehr geschickter Fahrer. „No problem“, er lächelt, wenn es heikel wird. Was für uns nahe am Chaos ist, ist für ihn Normalität. Wo wir den Crash sehen, sieht er eine Lücke.

Zwei kurze Videos führen in das kreative Chaos auf den Straßen von Colombo ein. Es ist ein täglicher „Überlebenskampf“.

 

 

Es gibt auch Tuk Tuks mit Taxameter. Nach Aussagen eines Insiders sind diese jedoch so manipuliert, dass die Kosten in der Regel höher sind als beim Fixpreis.

Wir überleben.

Tuk Tuk Fahrer sind naturgemäß Schlitzohren. Als ich meine Zugtickets gekauft habe, will ich wieder zum Cinnamon Red zurück. Der touristische Durchschnittspreis für diese Strecke liegt bei 300 Rupien, 1.50 Euro. Das war auch der Preis von Nuwan. Jetzt werden 1.000 Rupien aufgerufen. Ich biete 400. OK, 500. 400. OK. Der Fahrer, um die sechzig, geht zu seinem Tuk Tuk, gefühlt im gleichen Alter wie er. Gut, es sind ja nur zehn Minuten Fahrzeit. Wir fahren, nein, wir brausen los. Wie ein verhinderter Formel 1-Fahrer. Bis zum Hotel. Ich bin von Natur aus nicht ängstlich, aber diese Tuk Tuk-Fahrt hat es in sich. Beschleunigen, abbremsen. Überholen auf der Gegenfahrbahn bei Gegenverkehr, Hupe und Bremsen erhöhen explosiv ihre Betriebstemperatur.

Ich überlebe.

Der Preisunterschied von einem Tuk Tuk zum normalen Taxi ist gewaltig. Am ersten Abend in Colombo treffen wir Freunde im etwa 1.5 Kilometer entfernten Hotel Galle Face. Wir fahren mit dem Taxi, 800 Rupien. Ein Tuk Tuk hätte maximal 300 Rupien gekostet.

Hier eine kurze Zusammenfassung unserer kleinen Stadtrundfahrt mit Nuwan:

Town Hall.

Independence Square.

National Museum.

Buddhistischer Tempel: Sambodhi Chaithya.

Rote Moschee.

Lotus Tower.

Hindu-Tempel: Sri Kaileswaram.

Am vorletzten Tag in Colombo sehe ich eine Tuk Tuk-Fahrerin vor unserem Hotel. Es gebe nur wenige Frauen im Tuk Tuk Business, sagt Nuwan. Für mich keine Überraschung.

 

 

 

 

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