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Colombo – Das Festival Perahera

Das Cinnamon Red liegt nur 400 Meter vom buddhistischen Gangaramaya Tempel entfernt. Er gehört zu den bedeutendsten Tempeln in Sri Lanka, ist Ausrichter der Navam Mawa Perahera, ein Fest, das jährlich am Vollmondtag des singhalesischen Monats Navam (entspricht unserem Februar) stattfindet. In diesem Jahr am 18. und 19. Februar.

Meine Eintrittskarte mit Programm.

Der buddhistische Hintergrund des Festes ist das Bekenntnis zur „Dreifachen Zuflucht“ – zu Buddha, zur Lehre (Dharma) und zur Gemeinschaft der Mönche (Sangha), die drei Juwelen des Buddhismus. Der kulturelle Hintergrund sind die vielfältigen religiösen Traditionen der Insel, die sich mit Musik, Kostümen und Verkleidungen präsentieren. Navam Mawa Perahera ist seit 1979 ein farbenfroher Umzug voller Energie und Emotionen, der nach Sonnenuntergang beginnt und die Straßen rund um den Tempel am Beira Lake in eine dynamische Kulturbühne verwandelt.

Mehr als 5.000 Künstler (geschätzt) und ca. 30 Elefanten in Brokatroben sind die Protagonisten der Parade, traditionell angeführt von den Peitschenknallern und abgeschlossen von den Feuerrädern.

Einer von ca. 30 festlich geschmückten Elefanten.

Drei Tage vor der Parade am 19. Februar gehe ich zum Tempel und kaufe mein Touristenticket.

Als ich im Hotel von der Notwendigkeit eines Ticketkaufs höre, bin ich zunächst überrascht. Kann ich mich nicht einfach an die Straße stellen und zuschauen? Im Prinzip ja, an wenigen Stellen, aber für einen bequemen Sitz auf der für Touristen vorgesehen Tribüne ist ein Ticket erforderlich. Und die Tribünen, auf der einen Straßenseite für Touristen, kostenpflichtig, auf der anderen Seite für Locals, kostenlos, decken fast 80 Prozent der verfügbaren Zuschauerfläche ab.

Meine Tribüne. Ich sitze auf einem der roten Sitze neben dem einheimischen Guide, der auf seine „Franzosen“ wartet.

Vor den Tribünen alle 20 Meter Polizei, die penibel kontrolliert, das niemand auf der Straße steht. 5.000 Rupien zahle ich für meinen Sitzplatz, umgerechnet 25 Euro. Die Einnahmen fließen in die vielen sozialen Projekte des Tempels, eine gute Investition. Einige Touristen haben sich auf die „Local“-Tribünen geschlichen, auf unbequeme Hocker, aber mit engem Kontakt zur Bevölkerung. So wird es wahrscheinlich in den späteren Facebook-Posts stehen.

Warum greift hier die Polizei nicht ein?

Das ist ja so authentisch, nicht so abgehoben wie die bequemen Touristen auf der anderen Straßenseite. Sie merken allerdings nicht, oder wollen es neben der bewussten Ausgabenvermeidung nicht merken, dass sie Locals die Plätze wegnehmen. Und die sind leider zu höflich, diese Schmarotzer in die Schranken zu weisen.

So gegen 6:30pm bin ich an den Tribünen und finde einen Sitzplatz in der ersten Reihe. Links neben mir der Local Guide für ein französisches Paar, das kurz nach 7pm eintrifft, und rechts neben mir drei Amerikaner, die etwa zur gleichen Zeit wie die Franzosen ihre Plätze einnehmen. Die Plätze sind nicht nummeriert. First come, first sit.

Die Gruppe der Peitschenknaller eröffnet den Umzug.

Die Peitschenknaller sind um 8:15pm vor unserer Tribüne. Der Sound von mindestens zehn Peitschen wird allerdings massiv überlagert von einem Grollen, einem Donnern mit unheimlichen Blitzen weit über uns. Das verheißt nichts Gutes. Wenige Minuten später setzt heftiger Regen ein.

Die ursprünglich zum Schutz der Sitze aufgelegten Planen bekommen plötzlich eine andere Funktion. Sie schützen uns. Die Amerikaner ziehen die Plane hoch, und ich schlüpfe dankbar dazu. Der Regen dauert etwa 30 Minuten. In dieser Zeit scheint der Umzug eingestellt, denn vor uns passiert nichts mehr. Danach geht es weiter, bei leichtem Regen, und bei uns mit nassen Hosen. Das hat die Plane leider nicht verhindern können. Es ziehen dutzende Tanzgruppen, Flötisten und Trommler an uns vorbei, gelegentlich unterbrochen von einem prächtig „angezogenen“ Elefanten, gesichert mit Fußketten und zwei bis drei Aufpassern.

Clowns, Fahnenschwenker, Jongleure, Männer auf Stelzen und Feuerräder machen den Umzug zu einem kurzweiligen Vergnügen. Dieses Vergnügen habe ich in Kurzvideos festgehalten.

 

 

 

Mit dabei auch Mönche, Buddhas und Schreine auf Pickups und der größte Tempelelefant mit dem bedeutendsten Schrein, grell erleuchtet, der nur auf weißes Leinen treten darf, das von den Helfern wieselflink vor dem Elefanten ausgebreitet wird – der rote Teppich ist heute Abend weiß.

 

Der Nachwuchs.

Traditionell am Ende des Umzuges.

Der weitläufige Gangaramaya Tempel ist eine Mischung verschiedener Architekturstile aus Sri Lanka, Thailand, Indien und China. Tempel, Pagoden und Schreine verschmelzen zu einem großartigen Ganzen. Ich besuche den Tempel zweimal, ein unvergessliches Erlebnis. Parallel zu den Vorbereitungen für die Navam Mawa Perahera wird renoviert, werden Gebäude erweitert und neu gebaut. Ein geschäftiges Treiben. Übrigens, im Hinterhof habe ich Ganga, den angebundenen Elefanten, nicht gesehen. Ganga wird angeblich in Ketten gehalten, kann nicht laufen und hat keinen Kontakt zu anderen Elefanten.

Hier einige Impressionen:

 

 

 

 

 

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