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Versteckte Juwelen

Heute geht es um drei Weingüter “off the beaten track”. Sie liegen abseits der Routen für den gewöhnlichen Weintourismus am Kap. Es sind Juwelen, versteckt in Stellenbosch, zwischen Stellenbosch und Franschhoek und in Franschhoek. Ich habe das Privileg gehabt, dort gewesen zu sein. Genuss pur, der Weg dorthin, das „private“ Tasting, die exzellenten Weine, die Liebenswürdigkeit des Personals und vor allen der VIEW – der Blick in die Ferne, Natur in Vollendung. So wird Wine Tasting zu einem höchst emotionalen Erlebnis.

Stellenbosch. Juwel Nummer Eins. Die Anfahrt macht Spaß. Auf der R 44 Richtung Stellenbosch, rechts ab in die Annandale Road. Vorbei am tollen Weingut Peter Falke (ja, der mit den Strümpfen) bis zum stylischen Weingut Webersburg. Dort rechts den Helderbergpad hoch, vorbei am Guardian Peak Restaurant (ausgezeichnet) und dem Weingut Ernie Els ins Hidden Valley. Am Restaurant Overture (ausgezeichnet) links hoch zu Uva Mira. Nach etwa zwei Kilometern ist der Höhepunkt auf 620 Meter über dem Meeresspiegel erreicht. Uva Mira – Wunderbare Traube.

Vom Wine Tasting Balkon geht der Blick vom Westkap bis zum Tafelberg. Die Weine sind ausgezeichnet. Vier Weiße und sechs Rote sind im Sortiment.

Durch die besondere Höhenlage mit kühler Luft und größeren Unterschieden zwischen Tag und Nacht ist die Reifezeit der Trauben länger. Die Weine werden ausdrucksstark. Vor allem beim Chardonnay und den Rotweinen habe ich diesen Geschmack gehabt. Probiert habe ich die Mira-Palette. Ein hervorragender Chardonnay, weniger mein Geschmack der Sauvignon Blanc. Bei den Roten (Merlot, Cabernet Sauvignon, Shiraz) hat mich vor allem der Shiraz überzeugt. Gastronomisch wird eine Käseplatte auf Wunsch serviert.

 

Uva Mira ist Wine Tasting mit grandioser Aussicht. Auf False Bay, Atlantik, Tafelberg und Lions Head. Uva Mira ist meine in den Helderberg Mountains versteckte Perle.

Zwischen Stellenbosch unf Franschhoek. Juwel Nummer Zwei. Von Stellenbosch kommend nehme ich den Helshoogte Pass Richtung Franschhoek, vorbei an den links und rechts der Straße liegenden Wine Estates Tokara und Delaire Graff bis zur Einfahrt auf der rechten Straßenseite nach etwa weiteren 800 Metern. Ein Schild weist dezent darauf hin: Bartinney.

Die Anfahrt vom Eingangstor macht allerdings nur bedingt Spaß, da der Weg sehr eng ist, und ich keine Antwort auf die Frage finde, was bei Gegenverkehr passiert. Dennoch halte ich dreimal an, um mich von der Landschaft berauschen zu lassen. Als ich auf dem Wine Tasting Balkon sitze bin ich fast sprachlos. Welch ein grandioser Blick in das Bankhoek Valley.

Das Tasting mit Käseplatte, ich bin der einzige Gast, verläuft sehr kommunikativ. Nach dem Sauvignon Blanc sollte der Chardonnay folgen. Bei unserem Gespräch verliert meine „Tasting Lady“ kurz den Überblick und bringt mir nochmals den Sauvignon Blanc, kein Problem. Nach Chardonnay und Cabernet Sauvignon (im Übrigen alle drei Weine sind exzellent) bietet sie mir an, unten am Tresen noch zwei weitere Weine der Reserve Range probieren zu dürfen, die nicht für das Tasting zur Verfügung stehen. Und von ihr habe ich auch den Tipp für das Juwel Nummer Drei in Franschhoek. Bartinney hat auch vier Cottages zur Übernachtung und einen Naturtrail für Mountain Biker und Hiker.

Franschhoek. Juwel Nummer Drei. Am Ortseingang Franschhoek geht es links ab Richtung Dieu Donne, ein Hinweis auf diesen Geheimtipp gibt es unten an der Straße nicht. Ich fahre am Weingut Chamonix vorbei (düster) und biege zum ROCA (sehr gutes Restaurant) auf Dieu Donne ab. Nach zwanzig Metern sehe ich das Schild: My Wyn. „Closed – By Appointment Only““. Trotzdem fahre ich mit meinem Renault Sandero hoch zum Weingut. Im ersten Gang. Denn der Weg ist steil, schmal und uneben. Setze ich gleich auf? Per aspera ad astra. Wann endlich bin ich oben? Nach ca. 500 Metern habe ich es geschafft. „Ein BMW Coupe hat es auch schon geschafft“. Ich bin beruhigt. Der Hausherr empfängt mich und bietet mir ein Glass Bubbly an. „Nein, ein Tasting geht heute nicht“. By appointment only (!). Aber morgen um 11am. Da sei seine Frau da und könne das Tasting machen. Zurück, in Kenntnis des Weges, ist viel entspannter.

Am nächsten Tag ist meine Frau dabei. Wir entscheiden, den Wagen bei Dieu Donne zu parken und zu Fuß zu gehen. Nun ja, es ist ein entspannter Spaziergang in den „Wein-Himmel“. Ein grandioses Tasting mit Weinen off the beaten track. Zwei MCC, Methode Cap Classique, ein Brut Rose 2016 und ein Blanc de blancs 2013, ein Sauvignon Blanc und Viognier blend (Sauviognier 2015), ein lupenreiner Viognier 2016, ein Cabernet Franc 2014, ein Vierer-Blend 2014 „Les Grandes Horizontales“ und zum Abschluss ein „My Robyn 2013“, ein Portwein aus 100% Tinta Barocca. Ein Genuss.

Dazu ein traumhafter Blick und ein inspirierendes Gespräch mit einem weiteren deutschen Paar, das zwanzig Minuten später zum Tasting kommt. Mit einem Jaguar. Es stellt sich heraus: Es ist der deutsche Vertriebspartner von My Wyn. Wir genießen den herrlichen Blick bei hervorragenden Weinen.

My Wyn ist ein Weingut, das nicht mehr als 10.000 Flaschen pro Jahr herstellt. Klein, und sehr fein. Jacoline und Johann sind liebenswerte Gastgeber, denn sie begrüßen die Besucher in ihrem Privathaus. Ein ultimativer Tipp für die Wine Bucket List.

 

 

 

 

 

 

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