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Skurriles in 45 Minuten – Das isländische Phallus-Museum

Ja, so ein Museum gibt es wirklich. In Reykjavik, unscheinbar in der Laugavegur 116 gelegen. 1997 eröffnet, Umzug nach Husavik in 2004 und zurück zu den Wurzeln nach Reykjavik in 2012. Über 10.000 Besucher zählt das Museum pro Jahr, Tendenz steigend. Es ist ein Mix aus Wissenschaft, Kunst und Kommerz. Viele der 217 Ausstellungsstücke von 47 Tierarten werden in Formalin aufbewahrt, andere hängen wie Trophäen an der Wand. Nach Aussage des offiziellen Flyers findet der Besucher 56 Exemplare von 17 Walarten, ein Exemplar von einem Polarbär, 38 Exemplare von sieben Robben-und Walroßarten und 120 Exemplare von Landsäugetieren vom Elch bis zum Hamster. Eine Urkunde an der Wand, vom 5. September 2017, redet allerdings von 284 Phallen. Vielleicht sollte der Flyer mal aktualisiert werden.

Das Museum liegt im Erdgeschoss eines Wohn-und Bürogebäudes.

Der Homo sapiens spielt im Museum keine Rolle, obwohl es testamentarisch festgehaltene Versprechen gibt, das „beste Stück“ dem Museum nach dem Tod zur Verfügung zu stellen. Ergänzt wird der Fokus  Phallologie durch mehr als 300 Kunst-und Gebrauchsgegenstände, die mit dem Sammelgebiet des Museums assoziiert sind. Da das Museum nur aus einem großen Hauptraum und drei kleinen Nebenräumen besteht, reichen 45 Minuten für den Besuch.

Blick in den Hauptraum.

Die Formalin-Fraktion.

Die Trophäen.

Ein deutscher Spender.

Für Party …

… und Küche.

Wissenschaftliches Interesse ist bei den meisten Besuchern nicht vorhanden. Es ist mehr die Neugier, was so ein Phallus-Museum bietet. Mit mir sind 20 Personen im Museum, davon mehr als 50 Prozent junge Leute. Sie fotografieren, lachen, huschen an den Exponaten vorüber. Nur wenige nehmen die Audio Tour in Anspruch. Das Museum wirbt im Flyer mit Sätzen wie „Sie trauen Ihren eigenen Augen nicht“ oder „Das muss man gesehen haben“. Das hat mit einem wissenschaftlichen Anspruch nichts zu tun. Aber darum geht es auch gar nicht. Vielmehr muss die Kasse klingeln. Bei zwölf Euro Eintritt und einer Merchandising-Abteilung, die sich über Zuspruch nicht beklagen kann, fließen die Einnahmen sehr zur Freude des Gründers und seines Sohnes, der seit 2012 das Museum leitet.

„You can buy me“.

 

 

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