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Sintra – Hot als Touri Spot

Lissabon ist in der Vorsaison, im Mai, mit Touristen gut gefüllt. In bestimmten Stadtteilen, wie Alfama, mit seinen engen Gassen und urigen Lokalen, wird die Verdichtung optimiert, wenn „normale“ Touristen auf Kreuzfahrer treffen. Vor allem, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. Dann werden auch Spaziergänge in Bairro Alto zum Slalomlauf.

Das ist aber nichts gegen Sintra. Auch wir wollen diesen wunderschön gelegenen Ort am Fuß des Sintra-Gebirges, etwa 30 Kilometer von Lissabon entfernt, kennenlernen. Wir verzichten auf eine Tagestour, entscheiden uns für ein Wochenende mit Übernachtung. Sintra war die Sommerresidenz der portugiesischen Könige und Refugium für den Adel. Herrenhäuser und Paläste bestimmen die waldreiche Region, Touristen das Stadtzentrum. Wir fahren mit dem Zug nach Sintra, vom Bahnhof Rossio für 2,75 EUR pro Person. Die Fahrt dauert 40 Minuten. Beim Verlassen des Bahnhofes müssen alle ihre Tickets scannen. An den vier Ausgängen, die auch Eingänge sind, bilden sich schnell lange Warteschlangen. Es dauert fast fünf Minuten, bis wir in der farbenfrohen Bahnhofshalle sind. Ein Dutzend Tourismus-Mitarbeiter sind aktiv, um die Ankömmlinge einzuweisen. Zu Fuß folgen wir der Hauptstraße bis zum Nationalpalast, vorbei an sehenswerten Skulpturen und den obligatorischen Souvenirständen.

Blick von der Hauptstraße.

Vor dem Nationalpalast mit seinen charakteristischen konischen Kaminschornsteinen tummeln sich mindestens vier Reisegruppen. Unser Hotel, der Palacio de Sintra, liegt ca. 150 Meter weiter. Das Hotel wurde 2016 eröffnet und ist der Monarchie gewidmet. Wir durften im Zimmer D. Carlos übernachten. Dom Carlos war der vorletzte König von Portugal, fiel 1908 zusammen mit seinem Sohn Luis Filipe in Lissabon einem Attentat zum Opfer.

Empfehlenswert.

Tagsüber ist Sintra fest in der Hand der Tagestouristen, am späteren Abend, aber vor allem am frühen Morgen, ist Sintra ein kleines Paradies. Nahezu menschenleer, ein Ort der Ruhe.

Sonnenuntergang am ersten Tag.

Die Restaurants am Nationalpalast sind, keine Überraschung, touristenaffin. Heißt, hohe Preise, mittelmäßige Qualität. Wir haben im „Tascantiga “gegessen, auch zentral, aber in einer Seitenstraße gelegen, mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.

Das „Tascantiga“. Kleiner Anstieg.

Nach dem liebevoll zubereiteten Frühstück, die Gäste des Palacio sitzen alle an einem großen Tisch, starten wir so gegen 9:45am mit unserem Tages-Trio: Palacio Nacional da Pena, Castelo dos Mouros und Quinta da Regaleira. Mit dem Bus 434 fahren wir für 6,90 EUR pro Person (Tagesticket) zur 1. Station. Der Palacio Nacional da Pena liegt ein paar Hundert Meter entfernt vom Eingang an der Straße erhöht auf einem Hügel. Deshalb bietet nach dem Einlass ein Mini-Bus seine Dienste für nochmals 3,00 EUR pro Person an. Wir gehen, genießen die schattigen Gehwege des Parque de Pena.

So werden wir empfangen.

Gelb und Rot sind die dominierenden Farben.

Vor der gewaltigen Farbkomposition des Palastes atmen wir erstmal durch, bevor wir uns in das touristische Getümmel stürzen. Selfie-Wahn auf dem Außengelände, Herdengang im Innern des Palastes. Der Weg für die Besichtigung der Räume ist vorgegeben, überholen nur schwer möglich. Jeder fotografiert, bleibt dafür stehen. Die Herde stockt. In diesen Momenten zeigt Tourismus eine Seite, die uns überhaupt nicht gefällt, für die wir aber verantwortlich sind. Wir beklagen uns über die Herde, laufen aber willig mit. Wahrscheinlich ist ein Spaziergang durch den Park mit seinen Seen und Aussichtspunkten sehr viel erholsamer als das Geschiebe im Palast, aber ich vermute, dass nur die wenigsten die Muße dafür aufbringen (wollen). Auch wir wollen weiter. Zu Fuß zum Castelo dos Mouros, zur Schlossruine, die nur zweihundert Meter entfernt liegt.

Auf dem Weg zum Castelo. Eine der Schokoladenseiten des Palacio Nacional da Pena.

Die 2. Station. Das Castelo dos Mouros. Von der Straße bis zur Ruine sind es ein paar Hundert Meter Fußmarsch. In der Ruine angekommen, entscheide ich mich für den höchsten Punkt auf der Schlossmauer, der Richtung Palacio Nacional da Pena weist. Ein toller Ausblick, nicht nur auf den Palacio, sondern auch auf das Stadtzentrum von Sintra mit dem Nationalpalast und die waldreiche Umgebung mit den Herrenhäusern.

Auf der Mauer, auf der (Foto) Lauer.

Castelo blickt auf Palacio.

Der Ortskern von Sintra mit dem Nationalpalast.

Das Herrenhaus „Quinta da Regaleira“ im Blick.

Auf weitere Entdeckungstouren im Schloss verzichte ich. Wir gehen zur Bushaltestelle, zwei Minuten später fährt ein nahezu leerer Bus vor. Mit uns steigen noch zehn weitere Touristen ein. Jeder von uns kann sich einen Sitzplatz sichern. An der nächsten Haltestelle, am Palacio Nacional da Pena, warten mehr als 50, um den Bus zurück nach Sintra zu nehmen. Gut, dass wir bequem sitzen.

Nachmittags gehe ich dann zur 3. Station: Quinta da Regaleira, knapp 400 Meter von unserem Hotel entfernt. Ein dekoratives Herrenhaus mit einer verspielten spektakulären Gartenanlage mit mystischen Symbolen, tiefen begehbaren Brunnen, Türmchen, Seen und Tunneln, die das Einschalten der Lichtquelle am Smartphone notwendig machen. Hauptwege, Nebenwege und Nebennebenwege machen den Spaziergang durch den Park zu einem kleinen Abenteuer.

Das Herrenhaus.

Das Jagdzimmer.

Blick von unten.

Blick von oben.

Parkblick.

Tunnelblick.

Seeblick.

Burgblick.

Für den Absacker haben wir am Nationalpalast das kleine Restaurant „Loja do Vinho“ entdeckt. Der Port wird großzügig eingeschenkt und mundet vorzüglich.

Touristen lieben Sintra und Sintra liebt den Tourismus. Unglaublich, was in der Stadt und bei den drei Stationen los war. Ein Blick auf den Kalender sagt uns, Nebensaison, Mai. Ich will mir gar nicht vorstellen, was hier in der Hauptsaison los ist. Als wir am frühen Nachmittag zum Bahnhof gehen, ist Sintra fest in der Hand der Freiwilligen Feuerwehr. Die „Bombeiros“ aus Sintra und den Nachbargemeinden feiern, präsentieren sich musikalisch mit einem Umzug vom Nationalpalast bis zum Rathaus.

Stolze Bombeiros.

Am Bahnhof kommt gerade unser Zug aus Lissabon an. Allerdings kommen wir nicht auf den Bahnsteig, da die Ankömmlinge alle vier Ein-und Ausgänge blockieren. Leider bleibt als Lösung nur energisches Durchsetzen. Wir sitzen vier Minuten im Zug bevor er abfährt. Die Warteschlange für den Bahnhofs-Check-Out ist noch mindestens 20 Meter lang. Tourismus und Sintra – eine unendliche Geschichte.

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