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Rund um den Lake Michigan (V)

Wir fahren quer durch Michigan, dank unseres Navigationssystems keine Herausforderung. Die Herausforderungen sollten aber folgen. Es hatte in der Nacht zuvor in einigen Regionen, etwa um Midland und Bay City, so heftig geregnet, dass Straßen und Highways unpassierbar waren. Zweimal fahren wir in eine Vollsperrung, und zusammen mit allen anderen die ausgeschilderte Umleitung. Wir verlieren mindestens zwei Stunden. Unseren geplanten Besuch in Frankenmuth, Bayern in Michigan, verschieben wir. Nach über 500 Kilometern, zum Teil Stop-and-go-Verkehr, erreichen wir gegen 7pm Detroit.

In Detroit wohnen wir im Double Tree Suites by Hilton Detroit Downtown. Eine gute Wahl. Für Schlafzimmer, Wohnzimmer und Bad zahlen wir 136 Dollar die Nacht, allerdings ohne Frühstück. Starbucks ist im Haus. Wie im Hilton Garden Inn in Milwaukee stimmt hier das Preis-Leistungsverhältnis. In der Bar bedient Kevin, der uns auch mit zahlreichen Tipps zu Detroit versorgt.

Die Qual der Wahl in der Bar

24.Juni. Frühstück bei Starbucks. Na ja, preiswert ist das nicht. Für Caramel Macchiato und Bagel oder ähnliches zahle ich sieben bis acht Dollar. Ich gehe anschließend zu einer der Haltestellen des People Mover, eine ca. fünf Kilometer lange automatische Hochbahn mit 13 Stationen rund um die Innenstadt. So eine Fahrt ist angenehm, da die Wagen nicht überfüllt sind. Mini-Sightseeing für die erste Orientierung. Der Eintritt geht über spezielle Münzen, die am Automaten für 75 Cent pro Fahrt gekauft werden müssen. Bei der geringen Auslastung bin ich mir nicht sicher, ob der People Mover kostendeckend arbeitet. Ich fahre zunächst die gesamte Rundstrecke und steige dann in der zweiten Runde an der Joe Louis Arena aus.

Sightseeing mit dem People Mover

Von dort spaziere ich am Ufer des Detroit River, auf der anderen Seite liegt Kanada, Richtung HQ von General Motors. An diesem Wochenende sind die River Days, ein Fest für Jung und Alt mit gastronomischen Spezialitäten aus aller Welt. Kurzer Security Check, drei Dollar Eintritt, und ich bin drin. Zu meiner Linken das imposante Headquarter von General Motors, zu meiner Rechten der Detroit River. Ein beeindruckendes Szenario.

Das GM Headquarter

Mir fällt auf, dass mindestens drei Viertel der Besucher schwarz sind. Wieder im Hotel lese ich, dass der schwarze Bevölkerungsanteil in Detroit bei ca. 80 Prozent liegt. Die Sonne scheint, die Menschen sind entspannt, eine emotionale Atmosphäre am Detroit River. Und immer wieder der Blick nach Kanada.

Der Hahn im Korb – River Days

Wieder im People Mover steige ich an der Station Greektown aus und schlendere durch das Viertel. Kurz vor 4pm will ich noch einen schnellen Blick in die römisch-katholische Kirche „Old Saint Mary´s“ werfen. Ich setze mich in die vorletzte Reihe und komme zur Ruhe. Dagegen wird es um mich herum immer lebhafter. Nach der Kleidung der ankommenden Besucher zu urteilen, könnte es sich um eine Hochzeit handeln. Und ja, so ist es. Etwa 150 Gäste nehmen vor mir Platz, acht Trauzeugen-Paare ziehen ein und dann erscheinen Braut und Bräutigam, Christine und Dylan. Die Türen werden geschlossen, die Zeremonie beginnt. Ich bleibe sitzen und genieße erstmals eine choreographierte Hochzeitszeremonie über 75 Minuten. Nach dem Schlusssegen ertönt die Ode an die Freude, der strahlende Auszug der Paare und Besucher beginnt. Abends fahren wir wieder nach Greektown, um im „Santorini“ zu essen. Mittlerer Durchschnitt. Morgen ist Sonntag. Wir freuen uns, bis 9am im Bett zu bleiben.

25.Juni. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Um 4:28am werden wir mit einer beunruhigenden Lautsprecherdurchsage unsanft geweckt. „Dies ist ein Feueralarm. Verlassen Sie sofort ihr Zimmer, nehmen Sie die Treppe und sammeln sie sich vor dem Hotel“. Ok, London im Hinterkopf, versuchen wir ruhig zu bleiben. Wir wohnen im 8. Stock. Diszipliniert verlassen die Gäste, einige im Schlafanzug, über nur eine Treppe ihre Etagen und sammeln sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wir sehen kein Feuer. Gott sei Dank. Nach etwa zehn Minuten dürfen wir wieder zurück ins Hotel. Fehlalarm! Es ist mittlerweile kurz nach 5am. Kaum liegen wir im Bett geht es wieder los. „Dies ist ein Feueralarm“. Wir ignorieren die Stimme, die nach zwei Minuten verstummt. So wirklich entspannend sind die nächsten Stunden nicht. Wir frühstücken für 15 Dollar pro Person im Hotel. Gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Ein Bugatti Type 41 Royale, 1931

So gegen 10am fahre ich zum Henry Ford Museum nach Dearborn, 13 Meilen vom Hotel entfernt. Es werden zwei wunderbare Stunden in einem tollen Museum. Als Senior zahle ich „nur“ 22 Dollar. Wobei auf dem Gelände noch weitere Attraktionen sind, die separat Eintritt kosten. Das Museum ist ein hochwertiges Sammelsurium aus 300 Jahren amerikanischer Geschichte vorwiegend aus Technik und Verkehr. Ein Höhepunkt sind die Fahrzeuge, in denen US-Präsidenten im 20. Jahrhundert unterwegs waren.

Der Lincoln,1972, von Ronald Reagan

… tbc 

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