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Pro Barcelona – 54 Empfehlungen Heute: 1 – 10

54 Tage Barcelona. Es war ein großartiger Start meiner Weltrentner – Tournee. Als Best Ager habe ich für Sie 54 Empfehlungen zusammengestellt, damit auch Sie Barcelona in Ihr Herz schließen.

 

1. Reisen Sie nicht mit dem eigenen Auto an.

Wir haben es trotzdem getan. Weil wir aus unserer ersten Weltrentner-Station einen Dreiakter gemacht haben. Prolog in Frankreich, Aufenthalt in Barcelona, Epilog in Andorra. Am Ende der Reise hatten wir 4.300 Kilometer auf dem Tacho. Und fast 1.000 Euro an Kosten für Benzin, Maut und Parken in Barcelona. Lohnt im Allgemeinen nicht – Barcelona ist preisgünstig mit dem Flugzeug zu erreichen, und in Barcelona ist ein Auto total überflüssig. Wer dennoch, aus welchen Gründen auch immer, mit dem eigenen Wagen kommt, hat die Herausforderung, für seinen Wagen einen sicheren Parkplatz zu finden. Aus Gründen der Fürsorge geht nur ein bezahlter (versicherter) Stellplatz in einer öffentlichen Garage. Via Internet bequem und schnell machbar. Die monatliche Gebühr für einen Stellplatz liegt zwischen 140 und 200 Euro, je nach Lage des Parkhauses. Klar, im Zentrum ist es teurer als an der Peripherie. Reservierung über www.parclick.com. Wir haben unseren Wagen insgesamt viermal bewegt.

2. Kommen Sie im Zeitraum August bis Oktober. Dann ist Barcelona besonders aktiv und attraktiv.

Wir waren vom 15. August bis zum 7. Oktober 2016 in Barcelona. Ja, der August ist Ferienmonat und heiß mit Temperaturen über 30 Grad. Aircon ist in dieser Zeit ein Muss. Der Himmel ist fast immer strahlend blau, abends ist es in den Straßencafes sehr angenehm. Und im Stadtteil Gracia findet ab Mitte August ein tolles „Festa Major“ statt. Eine Woche Feiern in allen Straßen, ein ganz besonderes Erlebnis. Der September wird vor allem durch zwei Ereignisse geprägt: Am 11. September zelebrieren die Katalanen ihren „Diada“, den Unabhängigkeitstag, und vom 22. – 25. September feiert die Stadt „La Merce“, ein einmaliges Spektakel zu Ehren der Schutzpatronin. Parallel dazu und im Oktober folgen weitere Stadtteilfeste. Ab September schwanken die Temperaturen zwischen 22 und 27 Grad, auf Aircon haben wir weitgehend verzichten können. Der Himmel ist zwar immer häufiger mit Wolken geschmückt, aber die Sonne ist nach wie vor ein Genuss. Geregnet, auch zum Teil mit Donner und Blitz, hat es in unserem Zeitraum dreimal nachts und zweimal abends. Im Übrigen, eine Übersicht über alle monatlichen Events gibt es als Broschüre beim Tourismusbüro oder in der Facebook Gruppe „Barcelona Expats“.

3. Kommen Sie mit Spanisch-Kenntnissen nach Barcelona.

Katalanisch ist für Ausländer in Barcelona nicht zwingend notwendig. Mit Spanisch klappt die Verständigung hervorragend. Aber ohne Spanisch-Kenntnisse kann der Alltag durchaus kompliziert und im Einzelfall auch frustrierend werden.  Mein Eindruck ist, dass es kommunikativ, und damit sind auch Akzeptanz und Wertschätzung verbunden, eine Dreiteilung gibt. Der Ausländer nur mit Englisch ist die unterste Stufe. Er wird als „Durchgangsposten Tourist“ abgebucht. Der Ausländer mit ein paar Brocken Spanisch wird freundlicher bedient, steigt in der Wertschätzung. Und der Ausländer, der zumindest Katalanisch versucht, erfährt eine Zuwendung, die im Grunde das kommunikative und freundliche Naturell der Katalanen widerspiegelt. Also, wer in Barcelona leben möchte, braucht Grundkenntnisse der spanischen Sprache (oder lernt die Sprache bei den vielen ortsansässigen Instituten) und sollte ausgewählte katalanische Worte und Sätze im Sprachschatz haben. Perfecte!

4. Bleiben Sie besser zehn bis zwölf Wochen als 54 Tage.

Wir haben es sehr bedauert, dass wir „nur“ 54 Tage in der Stadt waren. Das liegt sicher auch daran, dass wir extrem positive Erfahrungen in den verschiedenen Netzwerken gemacht haben. Städte mögen architektonisch und kulturell noch so interessant sein, die zwischenmenschlichen Kontakte prägen das Image sehr viel stärker. Bei uns eine Eins mit Stern. Leider hat in der zweiten Hälfte unseres Aufenthalts eine mittelstarke bis starke Erkältung die Aktivitäten spürbar eingeschränkt. Als wir wieder gesund waren, stand der Abreisetag kurz vor der Tür. Wir haben uns einfach Zeit genommen, sind nicht jeden Tag von morgens bis abends unterwegs gewesen. Zeit für Gespräche in den Netzwerken, Zeit für Entspannung in Cafes und Restaurants, Zeit für Details. Barcelona ist so vielfältig, so facettenreich, dass wir jeden Tag Neues entdeckt haben. Unser Reisezeitraum war optimal: August / September / Oktober. Wobei Barcelona natürlich auch im Frühjahr reizvoll ist.

5. Lassen Sie sich von Barcelona inspirieren.

Gehen Sie mit offenen Augen und offenen Ohren durch die Stadt. Lassen Sie sich nicht von den Menschenmassen entmutigen. Vermuten Sie nicht hinter jeder Laterne einen Taschendieb. Haben Sie keine Angst, in der Dunkelheit durch die Stadt zu schlendern. Freuen Sie sich über die wärmenden Sonnenstrahlen, genießen Sie die Vielfalt der spanischen Küche, nehmen Sie sich Zeit. Damit sind beste Voraussetzungen geschaffen, auch mit dem Herzen in Barcelona anzukommen.

6. Wählen Sie ein Apartment, das zentral liegt.

Unser Apartment lag sehr zentral. Wir hatten es über AirBnB gebucht. Carrer de Bertrellans 5, eine Seitenstraße der Carrer Santa Anna, die direkt von den Rambla abgeht. Bis zum Placa Catalunya sind es 200 Meter. Für uns war es für das erste Mal toll, direkt im Leben zu wohnen. Wohlgemerkt für das erste Mal, um kurze Wege zu haben. Bei weiteren längeren Aufenthalten würde ich die Stadtteile Eixample und Poble Sec vorziehen. Wer gerne in Strandnähe abseits des Touristenrummels wohnen möchte, mit ausgezeichneter Anbindung ins Stadtzentrum, der kann auch Poblenou oder Diagonal Mar in Erwägung ziehen. Leben im Zentrum bedeutet kurze Wege: Einkaufen (gut bei El Corte Ingles), Sehenswürdigkeiten, Teilnahme an Events, Zahl an Restaurants. Entfernungen, die fast alle zu Fuß bewältigt werden können. Gleichzeitig lag mit dem Placa Catalunya der zentrale Verkehrsknotenpunkt vor unserer Haustür. Einfach bequem.

7. Haben Sie keine Angst vor Kriminalität.

Barcelona ist sicher. Ja, ihr eilt der Ruf der europäischen Hauptstadt der Taschendiebe voraus. Ist aber nach meinen Erfahrungen weit überzeichnet. Wir haben in den zwei Monaten keinen Taschendieb gesehen. Dafür umso mehr Polizeipräsenz an den touristischen Spots südlich des Placa Catalunya: Ciutat Vella, La Rambla, Barcelonetta oder Port Vell. Auf Motorrädern, zu Fuß oder auf Streife im Auto. Mossos d`Esquadra, die katalanische Polizei, Guardia Urbana, die lokale Polizei und die Hafenpolizei. Vor allem in den Abendstunden. Viele Touristen machen, so glaube ich, einen Fehler: Sie sind zu ängstlich, Rucksack wird vorne getragen, na gut, wenn er klein und handlich ist, hinter jeder Laterne wird ein potentieller Dieb vermutet. Das verleidet den Genuss, lässt einen verkrampft durch die Stadt laufen. Wer normale Vorsichtsregeln beachtet, wie Portemonnaie nicht in der Gesäßtasche tragen, das Smartphone nicht im Straßen-Restaurant auf den Tisch legen oder den Rucksack, die Einkaufstasche nicht einfach am Tischbein abstellen wird im Regelfall keine negativen Erlebnisse melden können. Barcelona ist sicher. Auch in der Nacht. Vor allem müssen Frauen ohne Begleitung selbst nach Mitternacht in den engen Gassen der Altstadt keine Angst haben.

8. Ärgern Sie sich nicht über nächtliche Säuberungsaktionen.

Barcelona ist sauber. Gut so. Putzkolonnen sind tagsüber, vor allem aber nachts aktiv. Straßen werden mit Hochdruck gereinigt, Müll wird entsorgt. In den engen Gassen fahren zum Teil kleine wendige Elektrofahrzeuge. Kann natürlich nachts, wenn Sie in der Nähe von Mülltonnen wohnen, laut werden. Barcelona gehört zu den saubersten europäischen Großstädten. Unser „Vermieter“ vermietet auch Apartments in Rom und ist daher häufig dort. Zwischen Rom und Barcelona, sagt er, liegen in punkto Sauberkeit Welten. Was in Barcelona jedoch häufig anzutreffen ist, ist ein penetranter Geruch aus der Kanalisation. Gott sei Dank nur vereinzelt in der Stadt, aber wer eine empfindliche Nase hat, der riecht es.

Das nächtliche Hochdruck-Kommando

Das nächtliche Hochdruck-Kommando

9. Schwimmen Sie bei Großereignissen mit im Menschenstrom.

Setzt aber voraus, dass Sie keine Berührungs- und Platzangst haben. Denn nur mitten in der Menge erschließt sich die Begeisterung für den Event. Ein Beispiel: Diada. Der 11. September ist katalanischer „Unabhängigkeitstag“. Einmal im Jahr gehen Hunderttausende in Barcelona auf die Straße und feiern sich und ihre Vision. Animateure heizen die Stimmung an. In diesem Jahr waren die Hauptfeierlichkeiten auf der Passeig de Sant Joan, im unteren Teil kurz vor dem Arc de Triomf. Hoher Unterhaltungswert, geringer politischer Nutzwert. Ich war mittendrin, und brauchte mehr als 20 Minuten, um das Gedränge und Geschiebe hinter mich zu lassen. Dabei musste ich „nur“ von einer Straßenseite auf die andere und dort in die nächste Querstraße.

Lesen Sie meinen Blog-Beitrag „Emotionen pur“ vom 14. September 2016

So sieht Begeisterung aus

So sieht Begeisterung aus

10. Wertschätzen Sie die Leistung von Straßenkünstlern.

Musikanten, Akrobaten, Tänzer, Sänger. Einige Künstler haben ihre festen Plätze, zum Beispiel die Opernsänger. Andere ziehen von Ort zu Ort, von Restaurant zu Restaurant. Großartige Gesangskunst habe ich in der Carrer de Santa Llucia gefunden, direkt hinter der Kathedrale. Ob a cappella oder mit Musik vom Band, Tenöre, Baritone, Sopranistinnen, das Niveau war immer hoch. Dann ist auch eine Spende für den Hut gerechtfertigt. Die „fahrenden Sänger und Musikanten“, die sich vor die Tische eines Restaurants stellen und ihre Kunst zum Besten geben, waren zum Teil grenzwertig, einige komplett talentfrei.

Der Tenor - Sonntag vormittags am El Corte Ingles

Der Tenor – Sonntag vormittags am El Corte Ingles

Die Sopranistin - An einem Abend in der Carrrer Santa Llucia

Die Sopranistin – An einem Abend in der Carrer de Santa Llucia

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