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Mein Kultur-Trio in Porto

Drei kulturelle Ereignisse haben mich in Porto bewegt: Das Konzerthaus Casa da Musica, der Bahnhof Sao Bento und die Livraria Lello. Außergewöhnliche Architektur, einzigartige Vorhalle und Touristenmagnet mit Doppel-Hype. Natürlich hat Porto auch beeindruckende Kirchen im Angebot. Aber irgendwie war mir im Juni nicht nach Kirchen.

Die Casa da Musica, im April 2005 eingeweiht, ist ein großartiges Konzerthaus, von innen und außen. Mein Konzerterlebnis mit dem Orquestra Sinfonica findet an einem Sonntag 12:00 statt. Auf dem Programm stehen die Dancas Sinfonicas, op. 45, von Sergei Rachmaninoff. Es ist ein Familienkonzert. Zu Beginn führt eine Moderatorin, das Orchester spielt dazu ausgewählte Beispiele, in das Werk ein. Nach einer Stunde ist das Konzert zu Ende. Leider ist das sehr gute Restaurant im siebten Stick heute nicht geöffnet. Am nächsten Tag gehe ich mittags nochmals zum Konzerthaus, diesmal nur aus kulinarischen Gründen. Für das Drei-Gang-Menü mit Getränk und Espresso zahle ich 14 Euro. Ein super Angebot bei ausgezeichneter Qualität.

Das moderne Konzerthaus bei Wolken.

Die Casa da Musica bei blauem Himmel. Was für ein Unterschied.

Kunst am „Bau“.

Der große Konzertsaal.

Der Bahnhof Sao Bento, seit 1916 in Betrieb, liegt auf dem Areal eines früheren Klosters. Das Besondere an diesem Bahnhof ist die Vorhalle. Wundervolle Azulejos, die typischen portugiesischen Kacheln, schmücken die Wände und sind ein dankbares Fotomotiv für Reisende und Nicht-Reisende. Sie bilden bedeutende Ereignisse aus der portugiesischen Geschichte und Alltagsszenen ab.

Panorama in der Vorhalle.

Alltagsszenen.

Historische Reminiszenz.

Hype pur. Die Buchhandlung Lello, 2013 unter Denkmalschutz gestellt, gehört nach dem Urteil einiger Medien, Beispiel Lonely Planet, zu den schönsten Buchhandlungen der Welt. Das ist jedoch nicht der Grund für den Hype. Harry Potter ist der Hype-Geber, genauer seine Schöpferin Joanne K. Rowling. Anfang der 90er Jahre lebte sie in Porto und soll sich oft bei Lello aufgehalten haben. Lello ist die einzige Buchhandlung, die ich kenne, die Eintritt verlangt. Fünf Euro kostet das „Harry Potter“ – Vergnügen, wird als Voucher allerdings mit einem Einkauf verrechnet. Perfektes Marketing.

Jugendstil.

Trotz Hype bin ich beeindruckt. Vor allem von der geschwungenen roten Holztreppe, die das Lieblings-Foto-Motiv der Besucher ist. Lello strahlt einen besonderen magischen Glanz aus, dem sich der Besucher nicht entziehen kann. Unabhängig vom fotosüchtigen Touristenschwarm, zu dem ich ja auch gehöre, habe ich das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Begriffe wie erhaben, ehrwürdig und honorig streiten mit der bunten Wirklichkeit. Kaum jemand interessiert sich für die Bücher, nahezu alle wollen nur eins: Fotos. Meinen Voucher habe ich nicht eingelöst.

 

 

 

 

 

 

 

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