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Lissabon – Meine zehn Empfehlungen für Best Ager

Ja, ich kann mir vorstellen, Lissabon nochmals zu besuchen. Die Stadt am Tejo hat mich berührt. Kultur, Essen und Trinken, aber vor allem die Gastfreundlichkeit der Menschen. Die Entdeckung der Stadt zu Fuß ist anspruchsvoll, das generelle Preisniveau für unser Budget erfreulich. Für Mai war es allerdings zu kühl. Ja, Lissabon, die Stadt der vielen Hügel, ist für Best Ager geeignet. Meine zehn Empfehlungen.

Verzichten Sie – in der Regel – auf die preiswerten öffentlichen Verkehrsmittel.

Lissabon ist ein fantastischer Fitness-Parcours. Nutzen Sie das Auf und Ab für Ihr tägliches Training. Nach wenigen Tagen wollen Sie auf Hügel und Treppen gar nicht mehr verzichten. Erobern Sie Lissabon und Umgebung zu Fuß und mit dem Fahrrad. Sie erleben mehr, Sie sehen mehr, Sie verbrennen mehr Kalorien. Vor allem der Ausblick von den vielen Miradouros entschädigt für die Anstiege. Alternativ bringt Sie auch ein Tuk Tuk nach oben.

Für mich der schönste Miradouro in Lissabon: da Senhora do Monte.

Wenn Sie in Santa Catarina wohnen, warten Sie nur zweimal auf den Ascensor da Bica, der von der Rua de Sao Paulo nach oben zum Largo do Calhariz fährt. Denn der Fahrpreis, 3,70 EUR, gilt für zwei Fahrten. In jedem Reiseführer als MUSS deklariert. Dementsprechend ist die Wartezeit. Sportlicher, erlebnisreicher und schneller (vor dem Hintergrund der Wartezeit) ist der Fußweg entlang der Fahrstrecke.

Geduld ist gefragt.

Höhenunterschied: 280 Meter.

Fahren Sie mit dem Fahrrad entlang des Tejo oder setzen Sie mit der Fähre über und radeln zu den Stränden südlich von Trafaria oder auch zum Cristo Rei. Wenn Sie Ihr Fahrrad vernünftig sichern, können Sie auch Attraktionen besuchen. Ich bin aber Barcelona-geschädigt. Hier werden selbst gesicherte Fahrräder professionell entsichert und sogar mit Schloss abtransportiert.

Abschließend noch fünf Impressionen zum Thema „Treppen in Lissabon“.

Auf dem Weg zum Castelo, vorbei an der kleinsten Buchhandlung der Welt.

Treppe von der Rua de Sao Paulo Richtung Oberstadt.

Eine von mehreren Treppen zum Miradouro da Senhora do Monte.

Treppen in Santa Catarina.

Der Einstieg zum Fußweg entlang der Standseilbahn da Bica.

Sie wollen nicht mitten im Trubel von Lissabon wohnen. Dann mieten Sie sich in Belem ein.

Auch in Belem gibt es Hügel. Aber deutlich softer als im Zentrum von Lissabon. Belem hat eine attraktive und flache Uferpromenade, gute Restaurants und Cafes, die Fährverbindung nach Trafaria, spannende Kultur, und eine hervorragende Anbindung an das Zentrum von Lissabon. Mit dem Zug sind es drei Stationen bis zum Cais do Sodre.

Uferpromenade von Belem.

Belem ist die Heimat der Pasteis de Nata, die, so sagt man, von den Mönchen des Hieronymus-Klosters erfunden wurden. Seit 1837 werden die Törtchen in Belem unter Pasteis de Belem hergestellt und verkauft. Sie  bestehen aus Blätterteig, der mit einer Creme aus Eigelb, Zucker, Milch und Mehl gefüllt wird. Die gebackenen Pasteis werden mit Zimt oder Puderzucker verfeinert.

Warten auf Pasteis de Nata.

Hervorragende Pasteis de Nata gibt es auch in Lissabon, zum Beispiel bei Manteigaria. Wollen Sie im Zentrum von Lissabon wohnen, dann bietet sich Santa Catarina an. Wir haben vier Wochen in der Rua dos Ferreiros a Santa Catarina gewohnt. In unmittelbarer Nähe liegen der Miradouro Santa Catarina und zahlreiche gute portugiesische Restaurants.

Die rechte Gasse ist die Rua dos Ferreiros a Santa Catarina.

Sie wollen gemütlich hervorragenden Fisch essen. Dann fahren Sie zum Restaurant „Casa Ideal“ nach Trafaria.

Das „Casa Ideal“ ist ein familiengeführtes atmosphärisches Restaurant im Fischerort Trafaria. Wir waren an einem Sonntag dort. Kombinieren Sie den Besuch des Restaurants, Reservierung für die Outdoor-Plätze empfehlenswert, mit einem Ausflug, zum Beispiel nach Belem. Denn von dort geht die Fähre nach Trafaria. Ideal auch mit dem Fahrrad.

Die Fähre kommt.

Wir sind mit dem Zug nach Belem, 5,80 EUR retour, haben das Hieronymus-Kloster besucht, und sind dann mit der 12:00 Uhr-Fähre nach Trafaria, 5,80 EUR retour. Bestellt haben wir eine gemischte Fischplatte für zwei Personen, das Wasser läuft mir noch heute im Mund zusammen, für 30,00 EUR. Die Leckereien des Meeres mit einem tollen trockenen Weißwein, 10,00 EUR die Flasche, Couvert, Dessert und Espresso für knapp 60,00 EUR. Nicht unbedingt ein Schnapper, aber bei der Quantität und Qualität ein großartiges Preis-Leistungsverhältnis. Hinzu kommt der super freundliche Service. Es gibt im „Casa Ideal“ keine Menükarte auf Englisch, der Chef präsentiert die verschiedenen Fische am Tisch. Um uns herum nur portugiesische Familien. Ein tolles Erlebnis.

Nomen est omen.

Der Mini-Strand in Trafaria.

Das „Casa Ideal“ liegt etwas versteckt, ca. 50 Meter vom Strand entfernt. Mit maps.me kein Problem.

Sie wollen die achtgrößte Christus-Statue der Welt besuchen. Dann nehmen Sie Fähre und Bus.

Viele Wege führen zum Cristo Rei. Wir gehen zum Fährterminal am Cais do Sodre und kaufen für 3,00 EUR pro Person ein Fährticket nach Calcilhas (retour). Die Überfahrt dauert knapp 15 Minuten. 50 Meter entfernt vom Fährterminal ist der Busbahnhof. Wir nehmen den Bus 101 und fahren für 2,90 EUR pro Person (retour) zur Christus-Statue. Preiswerter und atmosphärischer geht es nicht.

Auf nach Almada.

Lesen Sie auch meinen Blog-Beitrag „Cristo Rei – Nummer acht in der Welt“ vom 18. Mai 2018.

Sie sind an Büchern interessiert. Dann besuchen Sie in Lissabon die kleinste und älteste Buchhandlung der Welt.

Die kleinste Buchhandlung der Welt auf vier Quadratmetern ist gegenwärtig nur vormittags geöffnet. Adresse: Escadinhas de São Cristóvão, Baixa. Sie liegt am Anfang der Treppen von Conceicao, die hinauf zum Castelo de Sao Jorge führen. Leider war ich nachmittags dort und konnte keinen Blick in den Bücherschrank werfen. Ein Kleinod, den Erzählungen zufolge.

Nicht gerade repräsentativ …

… dafür aber kreativ. Noch kein Eintrag ins Guinness Book.

Die älteste Buchhandlung der Welt liegt in der Rua Garrett im Stadtviertel Chiado. Die „Livraria Bertrand“ eröffnete 1732. Die Orientierung im Buchladen ist einfach. Geradeaus bis zu Cafeteria, links und rechts des Weges befinden sich die einzelnen Büchersegmente. Das dunkle Holz der Bücherregale strahlt  historischen Glanz aus.

Unscheinbar von außen.

Geschafft.

Dunkles Holz für helle Köpfe.

Vom Eingang bis zur Cafeteria sind es ca. 50 Meter.

Wenige Meter von der Buchhandlung entfernt, vor dem Traditionscafe „A Brasileira“, sitzt Fernando Pessoa in Bronze. Der Stuhl neben ihm ist nur selten frei. Seine Bücher gibt es in beiden Buchhandlungen, das gemeinsame Foto nur vor dem Cafe.

Take a seat, please.

Sie wollen mit (jungen Leuten) feiern. Dann müssen Sie zum Miradouro Santa Catarina und ins Pensao Amor.

Der Miradouro Santa Catarina ist nicht nur einer der schönsten Aussichtspunkte in Lissabon, sondern auch ein Treff für Kommunikation und Party. Das Durchschnittsalter liegt deutlich unter 40, das Outfit ist deutlich entfernt von Krawatte und Jackett. Lesen Sie auch meinen Blog-Beitrag vom 31. Mai „Miradouros in Lissabon – Meine TOP 10“.

Ein stimmungsvoller Treffpunkt für jung und älter.

Das Pensao Amor, Rua Alecrim 19, war früher ein Bordell. Heute ist es mit seinen „erotischen“ Räumen und einem Dessous-Laden vorwiegend ein IN-Treff für einheimische U 30. Ich habe bei meinen zwei Besuchen, eine InterNations-Veranstaltung eingeschlossen, auch viele Ü 50 gesehen und gesprochen. Um Mitternacht ist der Laden brechend voll.

Klingt makaber: Sie lieben außergewöhnliche Friedhofskultur. Dann müssen Sie zum Cemiterio dos Prazeres.

Im Westen von Lissabon liegt der Cemiterio dos Prazeres, übersetzt Friedhof der Freuden. Im Osten der Stadt der Cemiterio do Alto de Sao Joao. Wenn Sie die Zeit haben, und es für Sie kein Problem ist, über Friedhöfe zu schlendern, dann sollten Sie beide Friedhöfe besuchen. Wenn Sie nur einen Friedhof besuchen können, dann wählen Sie den Friedhof der Freuden. Denn dieser hat eine noch außergewöhnlichere Friedhofskultur als sein „Bruder“ im Osten.

Lesen Sie hierzu auch meinen Blog-Beitrag vom 27. Mai „Kultur-Trio in Lissabon“. Der Westfriedhof ist auch ein Miradouro mit dem Blick auf die Christus-Statue, Luftlinie drei bis vier Kilometer.

Zum Westfriedhof bin ich von Santa Catarina gelaufen, vorbei an der Basilica da Estrela. Der Ostfriedhof liegt sehr viel weiter von Santa Catarina entfernt. Deshalb bieten sich die Metro bis zur Station Alameda (von dort sind es noch knapp 1.5 Kilometer zu Fuß) oder ein Bus an. Meine Wahl: Hin mit der Metro, zurück mit dem Bus bis Cais do Sodre.

Der Besuch des Westfriedhofes hat darüber hinaus einen praktischen Vorteil.

Sie wollen in der Tram 28 einen Sitzplatz. Dann müssen Sie vom Cemiterio dos Prazeres starten.

Eine Fahrt mit der Tramlinie 28 ist für jeden Lissabon-Touristen ein Muss. Natürlich können Sie frühmorgens fahren, dann haben Sie eine Chance auf einen Sitzplatz. Ab dem späten Vormittag bis zum späten Nachmittag ist die Tram 28 normalerweise überfüllt. Im Wagen gibt es nur 20 Sitzplätze. Die beiden Endpunkte sind Martim Moniz (Zentrum) und Campo Ourique (Prazeres). Die Tram startet an beiden Punkten leer.

Der Fahrplan der 28.

Richtungswechsel.

Nach dem Besuch des Friedhofes habe ich zwar 20 Minuten an der Haltestelle gewartet, war dafür aber der Erste, der einsteigen konnte. Spätestens nach der Station „Estrela (Basilica)“ ist der Wagen überfüllt. Stehend, wie die Sardine in der Dose, macht es keinen Spaß. Besuchen Sie den Friedhof und fahren dann bequem, weil sitzend am offenen Fenster, ins Zentrum. Sie sollten sich jedoch frühzeitig den Weg zur Tür bahnen, denn so einfach ist das Aussteigen bei so vielen Menschen nicht. Am besten fahren Sie durch bis zur Endstation.

Sie wollen essen und trinken wie die Locals, suchen aber auch das Besondere. Dann müssen Sie die Restaurants von Jose Avillez besuchen.

Lissabon hat eine unglaubliche Fülle von guten einheimischen Restaurants. Wir hatten in Santa Catarina das Glück, mehrere gleich um die Ecke zu haben: Zapato, Agua pela Barba, Principe do Calhariz, Fumeiro oder Soajeiro. Unser Airbnb-Host Pedro hat uns mit diesen und anderen Tipps hervorragend versorgt.

Wer die „gehobene“ Küche ausprobieren möchte, gehoben auch im Preisniveau, der kommt am portugiesischen Kult-Koch Jose Avillez nicht vorbei. Avillez, Jahrgang 1979, betreibt neben dem „Belcanto“, seit 2014 zwei Michelin Sterne, in Lissabon weitere Restaurants. Zum Beispiel die „Cantinho do Avillez“, die Pizzeria „Lisboa“, das Cafe „Lisboa“, die „Mini Bar“ oder das „Bairro do Avillez“. Wir haben das Cafe „Lisboa“ und das „Bairro do Avillez“ besucht und waren sehr zufrieden. Auf einen Besuch des „Belcanto“ haben wir verzichtet. Hätten vielleicht auch keinen Platz bekommen, denn angeblich liegen die Wartezeiten für einen Tisch zwischen acht und zwölf Wochen.

Das „Belcanto“ am Largo de Sao Carlos 10.

Das Cafe „Lisboa“ am Largo de Sao Carlos 23.

Das „Bairro do Avillez“ in der Rua Nova da Trindade 18. Der Ort ist ein Gourmet-Zentrum mit vier Restaurants.

Sie wollen nach Sintra, Stadt und Umgebung genießen. Dann übernachten Sie dort.

Sintra ist für viele Touristen ein ideales Tagesziel. Wer allerdings Sintra genießen will, der sollte dort übernachten. Lesen Sie hierzu meinen Blog-Beitrag vom 22. Mai „Sintra – Hot als Touri Spot“.

Blick auf den Palacio Nacional da Pena.

Mehr noch: Auch mehrere Übernachtungen sind empfehlenswert, da die grüne Umgebung von Sintra zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen einlädt. Sintra ist frühmorgens und am späteren Abend, die Tagestouristen sind weg, ein Genuss.

 

 

 

 

 

 

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