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Island – Fünf Dinge, die mich beeindruckt haben

Wer als Best Ager länger in Island leben möchte, muss über drei wesentliche Voraussetzungen verfügen. Erstens, er muss Regen und Kälte lieben. Zweitens, er muss ein Budget haben, dass mehr als großzügig bemessen ist. Und drittens, er muss ein Naturmensch sein. Ich stelle fest: In einem Land ohne gesicherte Sonneneinstrahlung und mit einer Durchschnittstemperatur im August von 11 Grad kann ich nicht monatelang leben. Ich habe auch kein Budget, dass es mir erlauben würde, auf Dauer für ein einfaches Essen im Restaurant zwischen 20 – 25 Euro zu bezahlen und für ein Bier zwischen acht und zehn Euro. Für den gehobenen Gourmet-Anspruch scheinen 35 Euro eine Untergrenze zu sein. Und auch das sonstige Preisniveau für Güter des täglichen Bedarfs, inklusive Einkäufe im Supermarkt, liegt über unserem Niveau. Wobei es sicherlich auch Möglichkeiten gibt, entsprechende Netzwerke vorausgesetzt, Kosten im Alltag zu minimieren.

Trotzdem hat mich Island beeindruckt. Neben Wetter und Kosten sind es drei Naturphänomene, die Island besonders machen. Hier meine TOP 5, zweimal minus, dreimal plus.

Platz 5: Das Wetter

Toller Wolkenhimmel, Regen über den Bergen, Sonne über dem Atlantik, Wolken küssen fast den Boden und verhüllen die Berge, wenige Kilometer weiter Sonnenstrahlen. Morgens 9 Grad, nachmittags 15Grad, abends 11 Grad. Das Wetter ab Mitte August war vielfältig. Bei uns schien die Sonne vor allem an den ungeraden Tagen: Tag 1 Reykjavik, Tag 3 Blaue Lagune, Tag 5 Jökulsarlon und Tag 7 Borgarnes. An den geraden Tagen war es vorwiegend bewölkt und regnerisch. Durchschnittstemperatur: 11 – 12 Grad. „Im Juni hat es jeden Tag geregnet“, sagte uns eine Isländerin.

Die Skulptur „Sonnenfahrt“ an der Küstenstraße Saebraut in Reykjavik. Tag 2, deshalb ohne Sonne.

Platz 4: Die Preise

Erschreckend hoch. Island ist teuer. Vereinfacht: Für einen Urlaub in Island kann ich zwei Urlaube in Portugal machen. Es sind nicht nur die hohen Restaurant-Kosten, die das Budget ärgern. Für mich ist besonders das Preis-Leistungsverhältnis bei den Unterkünften sehr gewöhnungsbedürftig. Für unsere acht Übernachtungen haben im Durchschnitt 150 Euro bezahlt. Nein, nicht in den sehr angenehmen Fosshotels oder in Hotels ähnlicher Qualität. Vielmehr in Guesthouses, Apartmentanlagen oder auf einer Farm. Beispiele? Gerne.

In Borgarnes haben wir, zugegeben in toller Lage, für ein Zimmer im Souterrain mit Frühstück und Gemeinschaftsbad 160 Euro bezahlt.

Der untere Fensterbereich ist der Frühstücksraum.

Blick auf Gemeinschaftswiese und zwei Relax-Stühle.

In Selfoss war es ein abgewohntes Guesthouse ohne Frühstück für 130 Euro. In Höfn ein Apartment ohne Frühstück über einem Restaurant für 180 Euro (war allerdings sehr geräumig mit einem modernen Bad) und in Holt, kurz vor Vik, auf einer Farm ein Mini-Zimmer mit Frühstück und Gemeinschaftsbad für 127 Euro.

Die Farm „in the middle of nowhere“.

Unsere (Not) Unterkunft in Kopavogur im Hotel Heidmörk mit Frühstück war ok. Das ist Island.

Das Hotel Heidmörk im Gewerbegebiet von Kopavogur.

Platz 3: Der schwarze Sand

Reynisfjara in der Nähe von Vik ist der berühmteste schwarze Sandstrand in Island, allerdings aufgrund der kraftvollen Wellen des Atlantiks zum Baden nicht geeignet.

Gefährliche Wellen, die ohne Vorwarnung plötzlich da sind.

Der Sand ist schwarz, weil Lava nach der Abkühlung beim Aushärten schwarz wird. Die schwarzen Steine sind mit der Zeit zu immer kleineren Fragmenten erodiert. Beeindruckend die Basalt-Formationen am Strand und die Basalt-Säulen im Wasser.

Für ein Foto …

… riskiert der Besucher seine Gesundheit.

Imposanter Strand mit imposanten Ausblicken.

Am „Diamond Beach“, gegenüber der Gletscherlagune Jökulsarlon, ist der schwarze Sand noch feiner. Die aus der Lagune treibenden Eisskulpturen liegen am Strand und funkeln in der Sonne wie Diamanten.

Vom Strand …

… auf den Sand.

Platz 2: Die Wasserfälle

Da wir nur im Südosten unterwegs waren, haben wir den Dettifoss, den größten isländischen Wasserfall  im Nordosten, nicht besucht. Über 40 Wasserfälle sind touristenrelevant. Drei davon, Gullfoss, Seljalandsfoss und Skogafoss, haben wir gesehen.

Der mächtigste Wasserfall im Südosten.

Der Gullfoss.

Beim Seljalandsfoss ist …

… Backstage möglich.

Es sind 429 Stufen bis zur Aussichtsplattform.

Der Skogafoss.

Platz 1: Die Gletscher-Lagunen

Höhepunkt unserer Island-Reise sind die Gletscher und ihre Lagunen. Was für ein tolles Gefühl, so nahe an einem Gletscher und den „gekalbten“ Eisbergen zu sein. Auf dem Weg nach Höfn sind zwei Gletscher-Lagunen ein MUSS: der Fjallsarlon und der Jökulsarlon. Beide liegen am südlichen Ende des Vatnajökull. Die Eisberge im Fjallsarlon haben kleinere Ausmaße als im Jökulsarlon. Der kleine Bruder und der große Bruder.

Weltrentner am Fjallsarlon.

Der Jökulsarlon ist mit 248 Metern der tiefste See in Island. 1975 war er 7.9 Quadratkilometer groß, heute beträgt seine Fläche 18 Quadratkilometer. Die großen Raubmöwen, die Skua, haben wir nicht gesehen, dafür einige Robben. Der Gletschersee diente auch als Schauplatz für James Bond Produktionen, etwa „Stirb an einem anderen Tag“.

Weltrentner am Jökulsarlon. Die Eisberge sind zum Greifen nah.

Ein unglaubliches Gefühl.

Ein unvergesslicher Moment.

Acht Tage Island: der Höhepunkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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