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Gourmet im Mercado

Für das leibliche Wohl ist in Portugal sehr gut gesorgt. Wir haben es in Lissabon sehr genossen, in kleinen portugiesischen Restaurants zu essen. Mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. In Porto war für mich das kulinarische Niveau weniger ansprechend. Natürlich gibt es Ausnahmen, wie das „Oficina“ in der Rua de Miguel Bombarda oder das „Casa De Lo“ in der Travessa de Cedofeita. Wir waren sicher von Lissabon verwöhnt – in unmittelbarer Umgebung unserer Unterkunft, sozusagen in bequemer Gehdistanz, gab es eine Vielzahl guter Restaurants. Das war in Porto nicht der Fall. Zudem haben die Spezialitäten von Porto, wie das Francesinha, bei mir keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Francesinha ist eine Toastspezialität. Zwischen zwei Scheiben liegen Schinken, Wurst oder Fleisch, je nach Wahl, das Ganze wird mit Käse überbacken und in einer Sauce serviert, die mit Bier, Senf, Brandy oder Weißwein, je nach Wahl, verfeinert ist. Dazu werden Pommes frites gereicht. Entscheidend für Preis (und Geschmack) sind Sauce und Füllung. Francesinha kostet zwischen sieben und neun Euro.

Bei einer Radtour entlang des Douro entdecke ich durch Zufall den Mercado Matosinhos. Aus Zeitgründen muss ein oberflächlicher Blick in den Markt genügen. Als uns dann Mitte Juni eine Freundin besucht, ist die Zeit gekommen, den Markt und die Restaurants näher kennenzulernen. Wir fahren mit dem Doppeldeckerbus 500 vom Bahnhof Sao Bento los, und sind knapp 30 Minuten später am Mercado Matosinhos. Der Stadtteil Matosinhos ist lebhaft, aber ohne Höhepunkte im Zentrum. Seine hohe Wertschätzung verdankt das Stadtviertel den Stränden, die besonders bei Surfern beliebt sind.

Der Markt hat zwei Ebenen. Im Erdgeschoss werden Fische, im Obergeschoss Blumen, Gemüse, Obst, Fleisch und Lebendgeflügel verkauft.

Der Blick auf den Fischmarkt.

Der Blick ins Obergeschoss.

Wir sind zur Mittagszeit dort, fragen bei einem zufällig ausgewählten Restaurant nach der Speisekarte. „Ihr kauft den Fisch auf dem Markt, und wir bereiten ihn zu“, sagt uns der Inhaber.  „Wir berechnen nur Salat und Brot“. Wir kaufen als Appetizer sechs Gambas für 1.25 Euro und zwei Seezungen für 11.40 Euro. Für Salat und Brot zahlen wir 12.00 Euro. Köstlich. Das sollte nicht unser letzter Besuch gewesen sein.

Im Mercado hätten wir …

… (fast) jeden Mittag essen können. Frisch auf den Teller.

Eine Woche später sind wir zu zweit wieder im Mercado. Diesmal wollen wir „das große Rad“ drehen, verschiedene Fische auf unseren Lunch-Teller bringen. Wir reisen mit der Metro an. Der Zug hält direkt vor dem Mercado. Die Anfahrt ist unspektakulär. Der Bus ist die bessere Wahl, weil er direkt am Douro vorbeifährt. Wir prüfen die Verkaufsstände und entscheiden uns für drei Köstlichkeiten: Steinbutt, Seezunge und Lachs. Der Steinbutt ist 1,2 Kilogramm schwer und kostet 16.80 Euro. Die Seezunge wiegt 250 Gramm und kostet 4.00 Euro. Und der Lachs, 300 Gramm, kostet 3.90 Euro. 1,75 Kilogramm Fisch für 24.70 Euro.

Das kulinarische Trio.

Taberna Lusitana.

Die Zubereitung in der Taberna Lusitana erfolgt in zwei Schritten. Bedeutet, wir essen in zwei Gängen. Zuerst Lachs und Seezunge als erweiterte Vorspeise, und dann als Super-Hauptgang der Steinbutt. Bedeutet aber auch auf der Rechnung, dass die Zubereitung des Steinbutts die Kosten für einen weiteren Salat mit Brot nach sich zieht, 7.50 Euro. Nun gut, auch das Restaurant will Umsatz machen. Wir genießen Wein und Fisch, den köstlichen Tomatensalat mit selbst gebackenem Brot, und schweben nach diesem Lunch im kulinarischen siebten Himmel. Wenn dieser Markt bei uns um die Ecke wäre ….

Mercado Matosinhos – ein Höhepunkt im Juni 2018.

 

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