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Ein Vormittag auf der Rennbahn

„March 20, we start again“. Der Offizielle vom Al Wathba Camel Race Track sagt dies mit einem Leuchten in den Augen. Wir sind einen Monat zu früh. 20. März, passt, kurz vor unserer Abreise. Die Kamelrennbahn in Al Wathba liegt etwa 55 Kilometer von Abu Dhabi entfernt Richtung Al Ain. „Come early in the morning“ ist seine Empfehlung. Das habe ich dann auch gemacht. Um kurz nach 6am bin ich auf der Rennbahn.

Der VIP Eingang

Die Sonne …

Was für ein Gedränge vor Sonnenaufgang. Auf dem Weg zur Rennbahn sehe ich Hunderte von Kamelen in kleinen und großen Gruppen mit ihren Pflegern und Jockeys.

… geht auf

Auf dem Weg zur Rennstrecke

Die Besitzer der Kamele, vorwiegend aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar, lenken ihr SUVs auf die asphaltierten Straßen neben der eigentlichen Rennstrecke. Ich gehe durch den Startbereich und wundere mich. Für einen Wettbewerb ist nichts vorbereitet. Die Kamele ziehen weiter – und starten dann etwa vierhundert Meter hinter den Startboxen auf eine Warm-Up Runde. Mit SUV-Begleitung.

Pferdestärken treffen auf Kamelstärken

Ich frage jemanden, der wie ein Offizieller aussieht. Nein, Rennen finden hier heute nicht statt. Erst am 25. März. „Races, yes, but not here“. Die heutige Rennstrecke sei etwa drei Kilometer entfernt. Ich schaue ratlos. Also nur Training? Kann nicht sein, denn auf den Kamelen sitzen die Jockeys. Und das ist ein Zeichen für Wettbewerb. Erst Stunden später ergründe ich das Geheimnis. Al Wathba ist Warm-Up, Eingewöhnung und Test zugleich. Für Kamele, Jockeys und Besitzer. Und die eigentliche Rennstrecke ist ja nur etwas mehr als drei Kilometer entfernt.

Auf dem Weg …

… zur zweiten Rennstrecke

Ich konnte es mir bis heute nicht so richtig vorstellen: Die Kamele werden von Mini-Robotern geritten.

Innovative Technik

Männer sind zu schwer für die Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h und Kinder sind seit 2006 als Jockeys verboten. Also mussten etwa 15 Kilogramm schwere Roboter her, die dem Kamel das Gefühl geben, da sitzt jemand in meinem Nacken mit Zügel und Peitsche. Denn ohne Jockey würden die Kamele an alles denken, nur nicht ans Laufen.

Die Jockeys

Die kleinen Roboter sind wie Jockeys gekleidet. Sie zeigen keine Gefühle, funktionieren aber prächtig mit Fernsteuerung und Funkgerät. Das ist auch der Grund, warum die SUV-Flotte neben der Rennstrecke fährt. Aus dem Begleitfahrzeug erhält der Jockey seine Befehle. Klappt die Kommunikation nicht reibungslos zwischen Technik und Technik, kann das zum Ende vieler Träume führen. Kamelrennen haben besonders in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar einen hohen Stellenwert. Es geht um Ruhm und Ehre, um Stolz. Wertvolle Preise kommen hinzu.

Nach dem Check in Al Wathba geht es zur eigentlichen Rennstrecke. Einen Namen für diese Rennstrecke habe ich nirgendwo gesehen, vielleicht handelt es sich ja um eine Dependance. Allein hätte ich den Ort auch nicht gefunden, aber ich bin einfach den vielen Autos hinterher. Dort angekommen, begeben sich die einzelnen Kamelgruppen in die Aufstellungszone.

Warten auf den Start

Dort werden die einzelnen Rennen zusammengestellt. Ich vermute nach Alter. Zum Rennen werden die Kamele mit ihren Jockeys in drei Startboxen geführt, pro Box zwischen zehn und 15 Starter.

Ready to go

Auch die Menschen sind bereit für den Start

Beim Handzeichen eines Offiziellen öffnen sich die Boxen und die Kamele preschen los. Eine gewisse Eleganz in der Bewegung ist nicht zu leugnen.

Endlich!

Der Favorit in gelb/grün

Jedes Rennen wird von Kameras begleitet, die den aktuellen Rennfortschritt auf eine große Leinwand und auf die Monitore der Haupttribüne übertragen.

Jederzeit aktuell

Begleitet natürlich auch von den 30 bis 50 SUVs, ohne deren Fernsteuerung die Kamele nicht laufen würden. Zeiten habe ich nicht gestoppt, aber nach gefühlten zehn bis zwölf Minuten biegt das Feld auf die lange Zielgerade ein. Links und rechts die Begleitfahrzeuge.

Ein imposantes Bild

Auf den letzten hundert Metern geht es mit der Peitsche nochmals leidenschaftlich zur Sache.

Die Ziellinie ist erreicht

Geschafft

Und nach Zieleinlauf werden die Signale deaktiviert, so dass die Kamele „bequem“ auslaufen und von ihren Pflegern im Auslaufbereich in Empfang genommen werden können. Einigen Rennkamelen sehe ich die Anstrengung kaum an, andere wiederum haben Schaum vor dem Mund.

Wo ist mein Kamel?

Well done! War anstrengend

Was die Sieger der heutigen Rennen bekommen haben, kann ich nicht sagen. Es scheint mir eher ein Qualifizierungsrennen für weitergehende Wettbewerbe gewesen zu sein. Denn die Leistungen der Kamele waren höchst unterschiedlich. Nicht nur Champions waren am Start.

Ankommen ist Pflicht

Es ist für mich sehr beeindruckend, nicht auf der Tribüne zu sitzen und den Monitor anzustarren, sondern hautnah an der Strecke zu sein und mich inmitten der Kamelgruppen bewegen zu können.

Hautnah …

… dabei

Obwohl ich Hintergrund-Informationen zu diesem „Vormittag auf der Rennbahn“ nicht recherchieren kann, allein das olympische Motto zählt „(Hautnah) dabei sein ist alles“.

Besuch aus Katar

Kamelrennen finden in den Wintermonaten von Oktober bis März statt. Sie verbinden den traditionellen Beduinen-Charme der Kamelstärken mit imposanten Pferdestärken und technologischer Innovation. Ein Meisterwerk zwischen Mensch,Tier und Technik.

 

 

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