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Die Mother City hat uns wieder

Die Pause war sehr lang. Genau 282 Tage. Seit Sonntag sind wir wieder in unserer Lieblingsstadt. Der Concierge im „Mimosa“ und der diensthabende Security Officer am Hintereingang begrüßen uns sehr herzlich. Auf den ersten Blick hat sich in Sea Point wenig verändert. „Bootlegger“ an der Regent Road hat beim morgendlichen Fruchtsalat mehr Früchte als früher, gegenüber ist seit einem halben Jahr der „Mojo Markt“ eine neue Attraktion, die Co-Working Location im „The Point“ ist für uns jetzt im sechsten statt im achten Stock, „La Perla“ ist abends wie immer gut mit lauten Gästen besucht, der Sea Point Pool ist nach den Sturmschäden wieder in Betrieb, leider mit 21 Grad noch etwas kalt, der Blick von unserem Balkon auf Lions Head und Atlantik verliert nichts an Faszination, das Salsa-Dancing am Sonntag Nachmittag direkt neben dem Pool scheint Tradition geworden zu sein: Wir sind  angekommen, in eine vertraute Umgebung eingetaucht und freuen uns auf die nächsten vier Wochen.

Gestern waren wir beim Lions Club Sea Point, heute wieder in Franschhoek und Stellenbosch zum Weineinkauf. Ein entspannter Start in einer der schönsten Städte der Welt. Es ist so „easy“. Wir fühlen uns so wohl, sind zu Hause.

Laibach – Seit 20 Jahren mein Favorit für den Pinotage

However. Wären da nicht zwei Damoklesschwerter, die über Südafrika und Kapstadt hängen.

Die wohl größte Herausforderung für Südafrika ist die ANC Konferenz vom 16. – 20. Dezember, auf der der neue ANC-Vorsitzende und damit der neue Präsident des Landes gewählt wird. Ein Hauen und Stechen, unter-und oberhalb der Gürtellinie, ist voll im Gang. Ich kann nur hoffen, dass das Zuma-Lager mit seiner Kandidatin nicht erfolgreich sein wird, denn fast neun Jahre Zuma haben Südafrika an den ökonomischen, ethischen und gesellschaftspolitischen Abgrund geführt. Möge der derzeitige Vizepräsident, Cyril Ramaphosa, das Rennen machen. Denn nur eine kompetente und unabhängige Persönlichkeit kann dieses wunderbare Land aus der selbstverschuldeten Krise führen. Und dafür sorgen, dass die unglaubliche Korruption auf allen Ebenen drastisch zurückgefahren wird. Lesenswert in diesem Zusammenhang ist das aktuelle Buch von Jacques Pauw „The President´s Keepers – Those keeping Zuma in Power and out of Prison“. Und auch dafür sorgen, dass der Rand wieder stärker wird, sodass die Bürger dieses Landes davon profitieren. Seit Januar 2017 ist der Rand nochmals um ca. 15 Prozent schwächer geworden. Gut für den Tourismus, für uns, aber schlecht für die Menschen, die hier leben und auch wie wir im Ausland Urlaub machen wollen.

Die größte Herausforderung für Kapstadt ist sicher die gegenwärtige Wasserknappheit. Bereits bei der Einreise am Flughafen ist die Wasserknappheit Thema.  Doch wie viele Touristen setzen sich damit konstruktiv auseinander? Kapstadt hat ambitionierte Ziele. Auf der Makroebene heißt die Vorgabe, nur noch 500 Millionen Liter statt 666 Millionen Liter pro Tag zu nutzen. Auf der Mikroebene liegt die Obergrenze liegt bei 87 Litern pro Person pro Tag. In vielen Hotels, auch in der Luxuskategorie, sind die Stöpsel aus den Badewannen entfernt und der Duschvorgang mit Zeitschaltuhr begrenzt.

Leider hat die Politik in den letzten Jahren versäumt, das Thema Wasser mit visionärer Kompetenz zu betrachten. Jetzt heißt es, kurzfristig mit Aktionismus der Krise Herr werden.  Hoffentlich ist es nicht schon zu spät. Berichte sagen, dass ohne Regen, und der Sommer naht, im März 2018 Kapstadt kein Wasser mehr haben wird. Eine apokalyptische Vorstellung.

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