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Colourful Melbourne

Melbourne ist eine bunte Stadt. Nicht nur aufgrund der kulturellen Vielfalt, 140 Nationalitäten sollen hier leben, sondern auch wegen der überragenden Bedeutung von Street Art für das urbane Selbstverständnis der Stadt. Oft ist allerdings mehr Graffiti als Kunst an den Wänden. Wobei Graffiti natürlich auch Kunst sein kann. Der Unterschied ist juristischer Natur. Graffiti ist meist illegal, wird ohne Zustimmung der Hauseigentümer an die Wand gebracht. Street Art ist in der Regel legal, erfolgt also mit Zustimmung der privaten und öffentlichen Hauseigentümer. Die Stadt hat zur Überwachung dieser Spielarten einen Graffiti Management Plan entwickelt.

Auf meiner Street Art-Entdeckungsreise habe ich viele fließende Übergänge gesehen. Mir oft die berühmte Kunstfrage gestellt, was will der Künstler uns damit sagen? In den Visitor Information Centres, die in der Stadt verteilt sind und von Volunteers in roten Polo-Shirts betreut werden, gibt es ein Übersichtsblatt über die Street Art-Highlights in der Innenstadt. Auf einer geführten Tour in den Stadtteilen Fitzroy und Collingwood habe ich darüber hinaus tolle Street Art kennengelernt (siehe Blog-Beitrag „Street Art in Fitzroy und Collingwood“).

Im Central Business District (CBD) beeindrucken mich vor allem die folgenden Orte:

AC/DC Lane

2004 nach der australischen Rockband benannt. Bequem über die Flinders Lane zu erreichen.

Duckboard Place

Über Flinders Lane oder AC/DC Lane zu erreichen.

Hosier Lane

Über Flinders Lane oder Flinders Street zu erreichen. Zur AC/DC Lane sind es 300 Meter. Die Hosier Lane ist d a s Graffiti/Street Art-Powerzentrum im CBD.

Selbst der Coffeeshop ist „gestreetart“.

Rutledge Lane

Von der Hosier Lane geht die Rutledge Lane ab. Ein Eldorado für Graffiti. Selbst die Mülltonnen sind zum Opfer geworden.

Die Rutledge Lane ist eine Synthese aus Graffiti und Street Art.

Diese Treppe ist gesperrt.

Presgrave Place

Von der Union Lane, eine Chaos-Graffiti-Street-Art Gasse, nur 70 Meter entfernt.

Stilwechsel.

Croft Alley in Chinatown und Union Lane überzeugen mich nicht. Beispiel Union Lane.

2 x 50 Meter Chaos.

Wer Streetart / Graffiti liebt, kann mit dem offiziellen Übersichtsblatt die verschiedenen Locations bequem in vier Stunden (mit Kaffeepause) ablaufen.

Noch ein Wort zu einem tragischen Ereignis und zu einem wunderbaren Wandgemälde. Freitag, 9. November. Wir sind so gegen 1pm auf der Bourke Street etwa hundert Meter von einer italienischen Kaffeebar entfernt. Am späten Nachmittag, wieder in unserem Apartment in Southbank, hören wir vom einem IS-Terroranschlag auf der Bourke Street. Am nächsten Tag lese ich, dass der Anschlag an der italienischen Kaffeebar stattfand, und der 74jährige Sisto Malaspina, Mit-Inhaber der Bar, vom Täter erstochen wurde. Der Terrorist hatte einen Verkehrsunfall simuliert und Sisto wollte helfen. Malaspina, in den sechziger Jahren aus Italien eingewandert, war in Melbourne eine Institution. Pellegrini´s, seine Kaffeebar, hat seit Jahrzehnten einen Insider-Status in Politik, Wirtschaft und Showbusiness. Tausende „Melburnians“ kondolierten in den Tagen bis zum „Staatsbegräbnis“ und brachten Blumen zur Kaffeebar.

Große Anteilnahme der Bevölkerung.

Eine unglaubliche Welle der Anteilnahme überspülte Melbourne. Bei der Trauerfeier vier Tage später war auch die politische und wirtschaftliche Elite des Bundestaates Victoria anwesend. Zwischen der Tat am Freitag und der Trauerfeier am Dienstag entstand im italienischen Viertel, Lygon/Waterloo Street, dieses Wandgemälde.  Eine unglaubliche Leistung des Künstlers in der Würdigung des Lebenswerkes von Sisto Malaspina.

Ein Meisterwerk.

Melbourne setzt auch farbige Akzente außerhalb der Innenstadt, zum Beispiel in Brighton, etwa zwölf  Kilometer vom Zentrum entfernt. Am Dendy Street Beach, kein sehr ansehnlicher Strand, liegen 82 Bathing Boxes, viktorianisches Kulturgut seit über 100 Jahren, die heute zu begehrten Immobilienobjekten geworden sind. Und das ohne fließendes Wasser und Strom. Die Lizenzen zum Erwerb, mieten kann man die Holzhütten nicht, werden vom Brighton Council vergeben, da die Hütten von den Locals in der Bayside Area regelmäßig genutzt und nicht zum Spekulationsobjekt werden sollen. Trotzdem wechseln die Strandhütten von Zeit zu Zeit ihre Besitzer.

Bei einer Auktion im April 2018 erzielten die Nummern 76 B und 76 C beeindruckende Verkaufspreise.

76 B wurde für 337.000 Dollar (215.000 Euro) verkauft, 76 C für 320.000 Dollar. In den neunziger Jahren lag der Durchschnittspreis für die Hütten zwischen 10.000 und 20.000 Dollar.

Hier zehn von 82 Bathing Boxes, die mir ins Auge gesprungen sind. Welche ist die Schönste?

Ein Strand wertet sich mit einem kollektiven Kunstwerk auf. Auch eine gute Marketing-Idee.

 

 

 

 

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