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CH A O S auf Curacao

CH – Das Landhaus Chobolobo ist besonders an Cruise-Tagen „very busy“. Mehr als 30 Busse spucken dann zwischen 600 und 800 Touristen aus, die nur ein Ziel haben: den berühmten blauen Orangenlikör zu probieren. Es geht zu wie im Taubenschlag. Zum Teil sind bis zu 100 Menschen in der kleinen Fabrik, die von der jüdischen Familie Senior gegründet wurde. Im frühen 18. Jahrhundert wurde Chobolobo als herrschaftliches Wohnhaus genutzt, seit 1946 ist hier die Likör-Destillerie untergebracht. Ein Touristenmagnet par excellence.

Alle Besucher waren in der Fabrik und beim Tasting.

Die Spanier brachten 1499 die „Valencia Orange“ nach Curacao. Bodenbeschaffung und Klima verwandelten die eigentlich saftige Orange in eine bittere Frucht, die selbst von den Ziegen auf Curacao verschmäht wurde. Verwildert als Pomeranzenart wuchsen die Orangen überall auf der Insel, bis sehr viel später entdeckt wurde, dass die getrocknete Schale ein sehr aromatisches, ätherisches Öl enthält. Diese Erkenntnis machte sich die Firma Senior zugute und begann 1896 mit den Destillationsexperimenten. Die auf Papiamento „Laraha“ genannten Pomeranzen werden zweimal pro Jahr in grünem, unreifem Zustand geerntet, weil die Schale zu dem Zeitpunkt am dicksten ist.

Farben und Geschmacksrichtungen.

Die Schale wird manuell mit einem Holzmesser entfernt und in der Sonne mehrere Tage getrocknet. Die getrockneten Schalen werden dann mit Gewürzen und Kräutern im original-kupfernen Destillierkessel von 1896 mit 96prozentigem Alkohol vermischt. Die Aromen der Laharas und der Gewürze gehen drei Tage lang in den Alkohol über. Schließlich verdampft der aromatische Alkohol. Das Destillat wird in einem blauen Fass gesammelt. Im nachfolgenden Silbertank werden Zucker, Wasser und nochmals Alkohol beigemischt. Dann Filtern und Abfüllen – der Herstellungsprozess kann von vorn beginnen. Das Endprodukt ist farblos. Deshalb kommen je nach Produkt entsprechende Kolorierungen wie blau, grün, rot oder orange zum Einsatz. Als ich die Fabrik besuchte, gab es neben dem Orangenlikör „Blue Curacao“ auch Tamarinde – und Schokoladenlikör zu probieren. Nicht mein Geschmack.

Tasting aus Mini-Bechern. Viele Besucher probieren zwei Becher pro Geschmacksrichtung.

Da Ort und Landschaften nicht als Markenname patentierbar sind, muss der „Blue Curacao“ nicht zwangsläufig von Curacao kommen. Die Firma Lucas Bols aus Amsterdam ist ein bekanntes Beispiel dafür. Ach ja, schon bei der Unternehmensgründung kümmerte sich der Firmenchef um eine spezielle Auszeichnung: Der „Genuine Curacao Liqueur“ ist koscher.

A – In der Nähe der Straußenfarm und der St. Joris Bay liegt die Aloe Plantage, um ein Vielfaches kleiner und weniger professionell als das Pendant auf Aruba. Wer Aruba Aloe kennt, wird enttäuscht sein. Vom Parkplatz führt ein Holzsteg mit zehn Infotafeln zur Geschichte von Aloe am Aloe-Feld vorbei zum Verkaufsshop, in dem die Produktlinien präsentiert werden. Kann das alles sein? Ich frage die Dame hinter dem Tresen. „Yes, our video explains our plantation“. Es gibt weder allgemeine Führungen durch die Fabrik noch Demonstrationen, wie aus dem Aloe-Blatt das Mark gewonnen wird. Rund um den Verkaufsshop werden nochmals die verschiedenen Aloe-Produkte auf Infotafeln erklärt. Das ist mir recht wenig. Also frage ich, ob ich mit jemandem sprechen könne, der mir mehr Details zu Curaloe geben kann.  „Go to the office and ask for Roy“, empfiehlt die Verkaufsdame. Masha Danki.

Klein aber fein. Curaloe.

Der „Infoweg“ zum Verkaufsshop.

Die Produkttafeln rund um den Shop.

Im Hintergrund die Fabrik.

Roy Knippenberg ist der Commercial Manager. Er ist sehr flexibel, bietet mir spontan ein Glas Wasser und einen Stuhl im Konferenzraum an. Als junges Unternehmen, 1997 gegründet, habe Curaloe erst vor zwei Jahren den Break-Even geschafft. Ein Vergleich mit Aruba Aloe sei nicht fair, da Aruba Aloe seit Jahrzehnten im Markt sei, den amerikanischen Markt fest im Griff habe und natürlich mit der Produktpalette breiter aufgestellt sei und eine weitaus größere Anbaufläche sowie mehr als 100 Mitarbeiter habe. Curaloe habe „nur“15 full time Mitarbeiter und drei Verkaufsshops auf der Insel. Klein aber fein.

Der Aloe Vera Health Juice – 2004 eingeführt und 2017 innovativ erweitert.

Roy bietet mir eine Führung durch die kleine Fabrik an, die ich dankbar annehme. Ich bin beeindruckt. Mit den wenigen mir sichtbaren Ressourcen scheint mir Curaloe sehr gut positioniert, vor allem auf dem europäischen Markt.

O – Die Ostrich Farm mit ihren etwa 160 Vögeln liegt nur wenige Hundert Meter von Curaloe entfernt. Ich verzichte auf die Tour für 17 Dollar, da ich Straußenfarmen aus Südafrika kenne. „Reiten“ kostet 35 Dollar extra. Hinter dem Hauptgebäude begrüßt ein Mini-Zoo u.a. mit Papageien, Affen und Schildkröten den Besucher.

Der Mini-Zoo kostet nichts.

Im Restaurant steht natürlich Straußenfleisch auf der Speisekarte.

Blick auf das weitläufige Areal.

Herzlich Willkommen.

Ich bestelle keinen Ostrich-Burger, da die Kellnerin mit der Aufnahme meiner Bestellung keine Eile hat. Nur zwei Tische im Restaurant sind besetzt, nach zehn Minuten ist auch mein Heineken getrunken und von der Kellnerin nichts zu sehen. Ich lege die Antillen-Gulden für das Bier auf den Tisch und gehe. Sicher ein netter Ausflug für Familien mit Kinder oder für Kreuzfahrer, die noch nie eine Straußenfarm besucht haben. Für „Strauß-Profis“ bezweifele ich den Mehrwert.

S – Das Sea Aquarium liegt in unmittelbarer Nähe zum beliebten Mambo Beach. Zum zweiten Mal in meinem Weltrentner-Dasein erhalte ich eine Seniorenermäßigung. Statt 21 Dollar Eintritt nur elf Dollar. Das Aquarium ist sehr überschaubar, mit kleinen bis mittelgroßen Delphinbecken im Außenbereich. Für Kinder ist der Besuch ein tolles Erlebnis, insbesondere die Fütterung der sechs Flamingos.

Für Kinder ein kleines Paradies.

Die Preise für „Meet the Dolphins“ sind ambitioniert. Dennoch gehen immer wieder Touristen mit den Delphinen ins Wasser.

Dolphin Encounter. 15 – 20 Minuten in einer Sechsergruppe plus ein Delphin. Kosten: 99 Dollar pro Person.

Dolphin Swim. 30 Minuten in einer Sechster-Gruppe mit jeweils zwei Delphinen. Kosten: 174 Dollar pro Person. Die Teilnehmer warten auf den Startschuss.

Die Trainer erklären die Handzeichen und belohnen die Delphine. Natürlich stehen professionelle Fotografen bereit. Denn ohne ein Foto verlässt niemand das Delphinarium.

Fünf Haie und ein Rochen im viel zu kleinen Becken.

Der Besuch des Aquariums lässt sich sehr gut mit einem Strandbesuch verbinden. Nur 80 Meter entfernt beginnt der Hemingway Beach.

Neben dem Hemingway Beach liegt der berühmte Mambo Beach.

 

 

 

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