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Arikok – Über Stock und Stein

Der erste Ausflug am 27. Januar dient dem Kennenlernen der Insel. Eine ganztägige Jeep-Tour mit ABC Tours führt uns an den Stränden der Westküste und an der schroffen Ostküste vorbei. Im Norden besuchen wir das California Lighthouse und im Süden zum Abschluss des Tages den Baby Beach. Es ist ein Tag mit dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. Im offenen Jeep über Stock und Stein, vor allem im Nationalpark Arikok.

Unsere Jeeps.

„Das müsst ihr gemacht haben“, so Sharon, unsere Gastgeberin. Wollen wir das wirklich? Wollen wir acht Stunden in der Sonne mit einem offenen Jeep über die Insel fahren? Abends sehen wir die Jeeps von ABC Tours in der Stadt. Nein, wir müssen nicht zwei Flaschen Sonnenschutz mit Faktor 50+ mitnehmen. Am nächsten Morgen bucht Sharon die Tour für uns. 112 US-Dollar pro Person. Inklusive Mittagessen.

Um 7:45am sind wir am Renaissance Hotel und werden von Hugo abgeholt. Wir fahren zunächst zum HQ von ABC Tours, zahlen und unterschreiben, dass wir auf eigenes Risiko die Tour mitmachen. So gegen 8:30am ist die Gruppe komplett: drei Amerikanerinnen, zwei Studenten aus Umgarn und wir. Mit uns noch ein zweiter Jeep. Die beiden Amerikaner wechseln sich als Fahrer ab. Ihre Frauen fahren nur mit. Hugo erklärt mir, dass man die Jeeps auch selbst fahren darf. Ich nehme es kurz vorweg: Im Arikok hätte ich keinen Jeep fahren wollen.

Das ist Arikok medium.

Unsere erste Station, vorbei an den Stränden der Westküste, ist das California Lighthouse. Der Leuchtturm, rund 30 Meter hoch, wurde 1910 von einem französischen Architekten entworfen und zwischen 1914 und 1916 aus heimischem Gestein an der Nordwestspitze der Insel errichtet. Der Name leitet sich vom Dampfschiff California ab, das 1891 vor der Küste gesunken war. Neben dem Leuchtturm liegt sehr idyllisch das italienische Restaurant „El Faro Blanco“. Das Öffnen der Speisekarte, so Hugo, entlockt vielen Besuchern den Ausspruch „Oh Jesus“. Teuer!

Leuchtendes weiß vor blauem Hintergrund.

Der Blick vom „El Faro Blanco“.

Danach fährt uns Hugo zur Alto Vista Kapelle. Hier stand im 18. Jahrhundert die erste römisch-katholische Kirche auf Aruba. Heute ist die reizende Kapelle täglich für Besucher geöffnet. Vor der Kapelle arbeitet Dr. Coco, der für die Touristen die Kokosnüsse aufschlägt und handliche Portionen verkauft. Hugo ist guter Dinge. „Our ride is going to be more bumpy“.

Die wunderschöne Kapelle …

… und Dr. Coco.

Unsere nächste Station ist der Wariruri Beach. Ein pro forma Beach, denn Baden an der Ostküste ist wegen der Strömungen nicht ratsam. Und die besuchte Brücke, der „kleine Bruder“,  ist wesentlich kleiner als die frühere Attraktion Natural Bridge, die leider in 2005 zusammenbrach. Diese entstand durch Auswaschungen von Korallenkalkstein, die die Meeresbrandung im Laufe der Jahrhunderte in den Stein erodiert hatte. Mit einer Gesamtlänge von 30 Metern war es die größte natürliche Bogenbrücke dieser Art in der Karibik.

Auch der kleine Bruder ist imposant.

Vierte und letzte Station vor dem Mittagessen im HQ von ABC Tours ist die Bushiribana Gold Mill Ruine. Im 19. Jahrhundert war die Goldgewinnung der größte Wirtschaftszweig auf Aruba. Die Ruine ist heute ein Fotomotiv, wunderschön am Wasser gelegen. Die Station mit der für mich geringsten Attraktivität.

Ruinen als Fotomotiv.

Nach dem Mittagessen lebt Hugo auf. „It´s not over yet“. Wir fahren quer durch den Arikok zur fünften Station, dem Natural Pool. Ein Wahnsinnsritt. Über Stock und Stein. Off Road. Wir werden durchgeschüttelt. Hugo hat mächtig Spaß. Der Weg ist das Ziel. Nicht ganz, denn der Natural Pool ist fantastisch. Ein natürliches Schwimmbecken zwischen Felsen, die das Wasser mit wunderbarer Eleganz in die Luft spritzen lassen. Die Mühe der Anfahrt lohnt sich. Ein einmaliges Erlebnis in unruhigem Wasser.

Der Natural Pool zwischen den Felsen.

Der Weg zum Natural Pool.

Kurz vor dem Ziel.

Sechste Station ist Fontein, die größte und am besten zugängliche Höhle im Nationalpark. Von Indianern geschaffene Felsmalereien sowie Zeichnungen aus der Hand früher europäischer Siedler zieren die Wände und die Decke der Höhle. Für mich eher langweilig.

Kurz vor der Höhle eine Boa constrictor.

„Baby Beach, our last stop“. Hugo lächelt. Die Schnorchelausrüstungen für alle liegen auf dem Beifahrersitz. Wir fahren in die zweitgrößte Stadt auf Aruba, San Nicholas. Der Baby Beach liegt hinter der früheren Ölraffinerie. Ein sanfter Strand, aber nichts für die Optik. Wir ziehen es vor zu schwimmen. Das Wasser ist angenehm warm und ruhig. Nach ca. 45 Minuten sind alle, von den sieben + vier sind acht geschnorchelt, wieder startklar.

Baby Bach mit Raffinerie.

Auf dem Weg nach Oranjestad hält Hugo bei einem wilden Esel und gibt ihm drei Scheiben seines Toastbrotes, dass er bei einem Stopp vor San Nicholas im Auftrag seiner Frau gekauft hatte. „I will be in trouble at home“.

Der glückliche Esel.

Bis zum Baby Beach hatte Hugo meine volle Sympathie. Ein lustiger Zeitgenosse, der als Logistiker für die Raffinerie arbeitete und nach Jobverlust zum Tour-Guide umschulte. Kurz vor unserer Heimreise nach Oranjestad kam die Ansprache an unsere Tränendrüsen. Er habe ja so viel mehr bei der Raffinerie verdient, der Tourismus sei ja so wichtig für die Lebensqualität der lokalen Bevölkerung, ein Trinkgeld von mindestens 15 Prozent des Gesamtpreises der Tour sei da angemessen. 15 Prozent von 112 Dollar sind 16.8 Dollar. Mal elf sind 184.8 Dollar Trinkgeld. Hugo, ich stehe dem Einfordern einer bestimmten Höhe von Trinkgeld sehr skeptisch gegenüber. Kommt nicht bei allen Kunden gut an. Ich denke, Hugo ist an diesem Tag nicht auf 184.8 Dollar gekommen.

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