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(I) Abu Dhabi und Dubai – Herausforderungen für Rentner

Es wird diesmal keine Empfehlungen geben. Denn Empfehlungen gebe ich nur, wenn für mich die Destination für einen mehrmonatigen Rentner-Aufenthalt geeignet ist. Barcelona und Kapstadt sind in dieser Hinsicht ideal. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) leider nicht, obwohl ich in Dubai und Abu Dhabi vom 26. Januar bis zum 24. März 2017 eine spannende Zeit mit vielen tollen Erlebnissen hatte. 29 Blog-Beiträge dokumentieren dies. Aber zum „Überwintern in der Sonne“ sind die VAE für mich als Rentner keine Option.

Dubai. Im Hintergrund die Marina

Wenn ich berufstätig wäre und einen für die VAE attraktiven Beruf hätte, etwas Besseres, als hier temporär zu arbeiten, gibt es nicht auf der Welt. Mein Eindruck nach zwei Monaten: Wer sich aktiv in der Arbeitswelt und in korrespondierenden Netzwerken bewegt, der wird begeistert sein. Wer allerdings als Rentner den emiratischen Alltag gestalten will, der sieht sich vor allem sieben Herausforderungen gegenüber, die er so in Barcelona und Kapstadt nicht hat.

1. Da sind zunächst die Preise. Die Kosten für eine adäquate Wohnung, die Kosten für den Lebensunterhalt, die Kosten für Freizeit-Aktivitäten.

Ja, es ist teuer in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Auch für den, der über das notwendige „Kleingeld“ verfügt. Wenn ich als Rentner in der Sonne überwintern möchte, miete ich keine dunkle Hinterhof-Wohnung. Die Wohnung muss mich emotional ansprechen, sie muss mir morgens und abends ein „Ich fühle mich wohl“ signalisieren. Sie sollte zentral liegen, damit ich nicht auf einen Mietwagen angewiesen bin. Und sie sollte einen Supermarkt / Markt um die Ecke haben, in dem ich spontan und geplant meine Einkäufe tätigen kann. Das sind für mich drei wichtige Kriterien für einen längeren Aufenthalt.

Dubai. Abendstimmung im Anantara

Vor allem dieser letzte Punkt bleibt in den VAE in der Regel unerfüllt. Zurück zu den Kosten. Wohnungen in dieser Qualität liegen in der Regel in der Bandbreite von 2.000 bis 2.500 Euro pro Monat. Ist noch der Blick aufs Wasser dabei, dann sind 3.000 Euro pro Monat keine Seltenheit. Das ist nur von wenigen Rentnern zu stemmen. Und das ist nur die Miete für die Unterkunft.

Die Kosten für den Lebensunterhalt sind dann beherrschbar, wenn Restaurantbesuche nicht auf der Agenda stehen. Aber will ich jeden Tag, die Wohnung sollte zumindest eine Kochgelegenheit haben, in der Küche stehen? Nein, zur Lebensqualität gehört auch der Genuss eines Restaurantbesuches. Und Restaurants greifen in der Regel jedes Budget an. Auch ohne Alkohol liegt ein Mittagessen zwischen 20 und 25 Euro (inklusive Trinkgeld, Steuern und Gebühren). Ein Abendessen erreicht leicht den Faktor zwei bis drei. Beispiel: Für zweimal Salmon Steak mit einer mittel großen Schüssel Spicy Reis, zweimal Dessert und einer großen Flasche stilles Wasser haben wir 80 Euro bezahlt inklusive 20 Prozent Service Charge, Tourism Fee und Municipality Tax. Das Essen war qualitativ sehr gut, aber mengenmäßig kein „Brüller“. Kommt noch Alkohol dazu, ein Bier zwischen zehn und zwölf Euro, ein 0,15 l Glas Wein zwischen zehn und 15 Euro, dann glüht die Kreditkarte. Nein, Genuss ist aufgrund der Preise nicht wirklich Genuss. Wenn ich im Restaurant in der Regel auf der Karte zuerst die rechte Spalte studiere, um dann ein Gericht im unteren Preissegment (zwölf bis 15 Euro) zu wählen, dann leidet der Genuss. Zumal das untere Preissegment häufig mit Burger und Pizza korrespondiert.

Dubai. Die Jumeirah Moschee

Als Rentner sitze ich natürlich auch nicht den ganzen Tag zu Hause und schaue TV. Drei deutsche Sender kann ich empfangen: ARD, ZDF und ARTE. Ich will aktiv sein. Sport, Unterhaltung, Kultur. Joggen oder Fahrradfahren – machbar. Unterhaltung in Freizeit- und Themenparks – machbar, aber kostenintensiv. „Bühnen-Kultur“ – sehr ausgedünnt. Bei außergewöhnlichen Aktionen, weil ich „hoch hinaus“ will, muss ich tief in die Tasche greifen. Der Eintritt auf die spektakulären Aussichtsplattformen, es lohnt sich mehr als ein Besuch, ist, keine Überraschung, kostenintensiv. Dubai: Die Sky View Bar im Burj Al Arab, 27. Stock, geht nur mit Reservierung zum Minimalpreis (Getränke an der Bar) von ca. 85 Euro. Abu Dhabi: Der Fahrstuhl zum Observation Deck im Jumeirah at Etihad Towers, 74. Stock, ist für 20 Euro buchbar. Beide Beispiele pro Person. Auch Shopping in den vielen beeindruckenden Malls ist kein Schnäppchen.

Dubai. High Tea im Burj al Arab. Kein Schnäppchen

Was ist denn nun preiswert? Sicher kleinere Restaurants, die versteckt in Seitenstraßen liegen, vor allem die Libanesen. Gewusst wo. Die Food Courts in den Malls. Sind aber dominiert von Fast Food Ketten. Benzin kostet etwa 45 Cent pro Liter. Und Taxifahren – Grundpreis in Abu Dhabi 0.90 Cent, in Dubai 1.40 Euro und alle weiteren Kilometer zwischen 0.60 resp. 0.80 Cent. Wer auf Alkohol nicht verzichten will, der muss die lizenzierten Shops finden, die Alkohol frei verkaufen. Preisgünstig ist auch dort ein relativer Begriff, aber beim Bier kann der Biertrinker zuschlagen. In „meinem“ Shop in Abu Dhabi habe ich für die Dose Heineken (0.5 Liter) 2.25 Euro bezahlt. Im Februar war Promotion: nur 1.50 Euro.

Dubai. Das Etihad Museum

Wenn Sie halbwegs komfortabel in Dubai oder Abu Dhabi leben wollen, Abu Dhabi ist leicht preiswerter als Dubai, dann müssen Sie pro Monat zwischen 3.500 und 5.000 Euro budgetieren. Wollen Sie den Luxus einer zentral gelegenen Wohnung mit Meerblick, einen Mietwagen, um flexibel zu sein, mindestens zwei Restaurantbesuche pro Woche und abendliche Unterhaltung in stylischen Bars (davon gibt es viele), dann beginnt ihr monatliches Budget mit einer Fünf. Nach oben offen.

Fortsetzung morgen.

 

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