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Street Art in Fitzroy und Collingwood

Melbourne gehört zu den weltweit führenden Städten für Street Art und Graffiti. Beide Kunstformen sind Teil der Identität der (noch) zweitgrößten Stadt in Australien. Mit Liam gehe ich auf eine vierstündige Tour durch die Stadtviertel Fitzroy und Collingwood, gebucht über Airbnb.

Wir treffen uns am Melbourne Museum. Liam, in einer Kleinstadt nahe Melbourne geboren, hat acht Jahre in Berlin als Tour Guide gearbeitet. 2015 kehrt er nach Melbourne zurück und gründet sein eigenes Unternehmen „Wayward Wanders“. Im Angebot: kreative Walking-Touren abseits touristischer Hot Spots. Mit mir ist noch eine Amerikanerin dabei. Zu dritt starten wir um 10am unseren Spaziergang mit einer Einführung in die Geschichte der Aborigenes.

Zwei Tage vorher war ich genau zu diesem Thema im Melbourne Museum, in der Ausstellung „First Peoples“ im Bunjilaka Aboriginal Cultural Centre. Sehr empfehlenswert.

Es sollte ein feuchter Spaziergang werden. Walking in the rain. So nass bin ich selten geworden. Fitzroy ist ein flächenmäßig sehr kleiner Stadtteil mit durchschnittlichen Immobilienpreisen im siebenstelligen Dollar-Bereich. Mit Bus und Straßenbahn ist die Anbindung an das ca. zwei Kilometer entfernte Stadtzentrum sehr gut. Die Brunswick Street ist ein absoluter Gastronomie-Knaller (siehe auch meinen Blog-Beitrag: „Einzigartiges Trio in Fitzroy“).

Fitzroy wurde 1839, vier Jahre nach der Gründung von Melbourne, unter dem Namen„Newtown“ gegründet. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Fitzroy zu einem Wohnort für Arbeiter, die in den Fabriken der umliegenden Stadtteile, zum Beispiel Collingwood, beschäftigt waren. Ab Ende 1930 zogen viele Arbeiterfamilien in neue Stadtteile an den Rand von Melbourne. Zwischen 1980 und 2000 wurden viele der noch verbliebenen Industrie- und Lagerhallen durch Wohnhäuser ersetzt. Heute ist Fitzroy Heimat einer lebhaften, alternativen Kunst- und Musikszene mit Galerien, Ateliers und Street Art. Die vielen Kunstwerke, es ist weniger Graffiti, zwischen Brunswick, Smith, Johnston, Gertrude Street und vor allem Rose Street, transformieren Fitzroy in eine kostenlose öffentliche Galerie.

Hier einige Beispiele:

Little Napier Street. Motive aus der Aborigenes-Welt.

Wood Street.

Blumengruß für den Postboten.

Bedford Street. Liam nennt ihn den „Cooperation-Burger“, weil vier Künstler ihn gestaltet haben.

Bedford Street.

Chapel Street.

Chapel Street.

Collingwood, einer der ältesten Stadtteile von Melbourne mit vielen Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert, grenzt an Fitzroy. Das Leben spielt sich heute um die Smith Street ab, ist allerdings in der Breite noch nicht so vital und trendy wie in Fitzroy. Street Art hat sich in Laneways versteckt, kleine Gassen, die ohne Ortskenntnis unentdeckt bleiben würden.

Hier einige Beispiele:

Easy Street.

Chapel Street auf der Grenze zu Fitzroy.

50 Meter weiter.

Irgendwo in Collingwood. Kunst mit Nutzwert.

Irgendwo in Collingwood. Wer findet die Person der Zeitgeschichte?

Johnston Street. Das berühmteste Wandgemälde in Melbourne. Mit Kamera „gesichert“. Gegenwärtig wird Graffiti im unteren Bereich entfernt. 1984 gemalt von Keith Haring.

Zum Werk von Keith Haring. 

Die Tour war für 3.5 Stunden angesetzt. Geworden sind es vier. Daran war aber nicht der Regen „schuld“, sondern die Größe der Gruppe und unsere Kommunikationsfreude. Es war wie in Montreal bei meiner zweiten geführten Fahrradtour. Je kleiner die Gruppe, desto intensiver die Kommunikation, desto umfangreicher die Themenpalette. Es liegt aber auch am Guide. Wer mit Empathie Besucher durch seine Stadt führt, schaut weniger streng auf die Zeit als derjenige, für den Besucher nur notwendige unpersönliche Einkommensquelle sind, und der daher bestrebt ist, energieökonomisch seine gelernten Daten und Fakten los zu werden. Solche Guides haben wir oft bei Hop On Hop Off -Touren erlebt.

 

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